Rezension

Münchhausen – Die Wahrheit über das Lügen von Flix und Bernd Kissel

Der Autor: Flix
Der Illustrator: Bernd Kissel
Dt. Titel: Münchhausen – Die Wahrheit über das Lügen *
Dt. Erstausgabe: 30.05.2016
Verlag: CARLSEN
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs wird Sigmund Freud in den Buckingham Palast gerufen, denn ein etwas merkwürdiger alter Mann, der behauptet, er käme vom Erdbeerpflücken auf dem Mond, ist dem Dach gelandet. Es handelt sich um keinen geringeren als Baron Münchhausen. Freud soll nun herausfinden, ob dieser Mann lügt … Erfolgsautor Flix („Faust“, „Schöne Töchter“ u.v.m.) arbeitet für sein neues Buch mit dem Zeichner Bernd Kissel zusammen. Gemeinsam versetzen sie die Abenteuer des Barons Münchhausen ins 20. Jahrhundert. Eine wundervolle Literaturbearbeitung des Klassikers, die den Lügenbaron in einem völlig neuen Licht zeigt.

Meine Meinung

Münchhausen – Die Wahrheit über das Lügen“ ist der aktuellste Graphic Novel bzw. Comic von dem bekannten Illustrator und Comiczeichner Flix. Anders als sonst hat er sich bei diesem Comic allerdings mehr auf die Szenierung beschränkt und die eigentliche Illustrierung Bernd Kissel überlassen, sodass ein ansprechender Stilmix mit dem Besten von beiden Künstlern entstand. Für mich war es das erste Buch dieser Art und ich bin in jedem Fall positiv überrascht!

Für Flix ist es schon fast üblich, bekannte Titelfiguren aus der Zeit fallen zu lassen. So auch mit Münchhausen, den es in das London des Jahres 1939 verschlägt – genauer gesagt: mitten in den Buckingham Palast, wo ihm ausgerechnet Sigmund Freud auf den Zahn fühlen muss.

Zwischen diesen beiden ikonischen Figuren entspannt sich ein intelligenter, wenn auch humorvoller Dialog, der sich an den Lügenmärchens Münchhausens entlang hangelt. Die Pointe hingegen fällt ein wenig mau aus, denn „Die Wahrheit über das Lügen“ bleibt man uns Lesern leider schuldig.

Wie es sich für einen Comic gehört, dienen die Zeichnungen nicht nur der Untermalung, vielmehr sprechen sie für sich. Gerade die großen Formate, die auch mal eine ganze Seite einnehmen können, wissen zu begeistern und faszinieren. (Es hat mir jedenfalls große Freude bereitet, einige ausgewählte Illustrationen für meinen Blogtourbeitrag nachzuzeichnen.) Vor allem die in Farbe dargestellten Szenen auf dem Mond sind ein echter Hingucker und geben der Geschichte eine Richtung, die fast den Rahmen sprengt. Mit Betonung auf fast!

Fazit

Flix hat in Zusammenarbeit mit Bernd Kissel mit „Münchhausen – Die Wahrheit über das Lügen“ einen cleveren Graphic Novel geschaffen, der gerade dadurch im Gedächtnis bleibt, dass er mit seinem im ersten Moment enttäuschendem, offenem Ende Raum für eigene Interpretationen lässt. In den humorvollen Dialog der ikonischen Figuren sind viele Denkanstöße versteckt, von denen man manche vielleicht erst beim zweiten oder dritten Durchblättern entdeckt. Glücklicherweise laden die ansprechenden Illustrationen eben genau dazu ein. 4/5 Bücher!

Der Autor

Flix, Jahrgang 1976, lebt und arbeitet als freier Illustrator und Comiczeichner in Berlin. Er studierte Kommunikationsdesign und debütierte mit seiner Abschlussarbeit »held« bei Carlsen. Es folgten weitere Comics mit autobiografischem Anstrich wie »Heldentage«, seinen Comicstrip, den er seit 2006 auf www.der-flix.de veröffentlicht. Die Zeitungsserien »Da war mal was…« (Tagesspiegel), »Faust« und »Don Quijote« (beide F.A.Z.) liegen als Buchausgaben vor, ebenso die Kindercomicserie »Ferdinand«, die als Gemeinschafts-produkt mit Ralph Ruthe im Kindermagazin des SPIEGLES Dein SPIEGEL erscheint. Derzeit veröffentlicht Flix den Zeitungscomic »Schöne Töchter« in der Sonntagsausgabe des Tagesspiegels. Flix’ Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet u.a. mit dem Max und Moritz-Preis und dem PENG!-Preis.

www.der-Flix.de

Der Illustrator

Nach seiner Ausbildung zum Trickfilmzeichner am „Lycée technique des Arts et Métiers“ (LTAM) in Luxemburg, arbeitete Bernd Kissel als Designer im Luxemburger Trickfilmstudio Studio 352. Bereits 2006 schuf er mit „Eisenhans“ einen Comic mit Flix. Seit 2007 veröffentlicht er die Comicserien „SaarLegenden“ und „SaarlandAlbum“ in der Saarbrücker Zeitung, die auch in Buchform erschienen sind. Als freier Zeichner arbeitete er u.a. für das ZDF.

www.bernd-kissel.com


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