Rezension

Mirador 01 – Bluescreen von Dan Wells

BluescreenDer Autor: Dan Wells
Der Übersetzer: Jürgen Langowski
Originaltitel: Bluescreen (Mirador #1)
Dt. Reihentitel: Mirador
Dt. Titel: Bluescreen
Band: 1/3
Dt. Erstausgabe: 04.10.2016
Verlag: PIPER
Genre: Science Fiction
Seitenzahl: 368

Nach den Bestsellern um den Serienkiller John Cleaver führt Dan Wells in eine Zukunft, die erschreckend schnell Realität werden kann: Los Angeles im Jahr 2050 ist eine Stadt, in der du tun und lassen kannst, was du willst – solange du vernetzt bist. Durch das Djinni, ein Implantat direkt in deinem Kopf, bist du 24 Stunden am Tag online. Für die Menschen ist das wie Sauerstoff zum Leben – auch für die junge Marisa. Sie wohnt im Stadtteil Mirador, doch ihre wirkliche Welt ist das Netz. Und sie findet heraus, dass darin ein dunkler Feind lauert. Als sie an die virtuelle Droge Bluescreen gerät, die Jugendlichen einen sicheren Rausch verspricht, stößt Marisa auf eine Verschwörung, die größer ist, als sie je ahnen könnte …

Meine Meinung

Bluescreen“ von Dan Wells ist der Auftakt seiner neuen Science-Fiction Reihe, die ganz klassisch technikorientiert ist.

Angesiedelt im Los Angeles des Jahres 2050 entführt man uns in eine Welt, in der man rund um die Uhr online ist. Vernetzung ist hier das Stichwort, denn das Djinni, ein Hirn-Implantat, macht es möglich. Es ist die Zeit der digitalen Drogen; die Zeit, in der man Menschen hackt, keine Maschinen. Eine Idee, die gewiss nicht neu, dafür aber sehr gut umgesetzt wurde.

Dan Wells hat wirklich viel Arbeit in seinen Weltentwurf gesteckt. Die politischen Begebenheiten; die strukturellen Umbrüche; die Kluft zwischen Arm und Reich in einer Metropole, die schier ins Unermessliche angewachsen ist; die Technik, die alles beherrscht. „Bluescreen“ beleuchtet schonungslos den technischen Fortschritt – mit allen Vor- und Nachteilen.

Das Alles erlebt man aus der Perspektive der 17-jährigen Marisa, einer talentierten Hackerin, die mit ihren 4 Freundinnen auf dem besten Weg zur Pro-Gamerschaft ist. Sie lebt in Mirador, einem Stadtteil, der von Gangs und der damit einhergehenden Gewalt beherrscht wird. Dieser Umstand bringt vor allem eines mit sich: Diversität. Schnell wird klar, dass man den 0-8-15 weißen Amerikaner hier lange suchen kann und das ist mal eine richtig schöne Abwechslung. Ebenso verhält es sich mit Marisas Behinderung: ihr fehlt nämlich ein Arm. Diesen hat sie bei Autounfall verloren und trägt dort nun eine bionische Prothese.

So ein vielseitiger Hintergrund gestaltet sich nun mal nicht von selbst, deshalb ist bei „Bluescreen“ ein wenig Durchhaltevermögen gefordert. Der Plot brauchte so seine 100 – 150 Seiten, um so richtig in Schwung zu kommen und die detaillierten, technischen Beschreibungen sind bestimmt nicht Jedermanns Sache. Es brauchte auch bei mir seine Zeit, bis mich die Geschichte so richtig packen konnte, aber ab einem gewissen Punkt konnte ich es gar nicht mehr zur Seite legen. All die Technik wurde mir gelegentlich etwas zu viel, aber grundlegend mag ich das ganz gern – so auch hier. Gamer und Programmierer kommen allerdings ganz sicher auf ihre Kosten!

Fazit

Dan Wells „Bluescreen“ ist der spannende Auftakt seiner neuen SciFi-Reihe. Man muss ein wenig Geduld aufbringen bis die Geschichte so richtig in Fahrt kommt, dafür lohnt es sich gleich doppelt, denn die Verzögerung entsteht nur durch die Detailgenauigkeit, mit der uns Wells seinen neuen Weltentwurf präsentiert. All die Technik ist vermutlich nicht Jedermanns Fall, aber das gehört eben dazu. Ein großes Kompliment für die wundervolle Diversität – allein das gibt schon ein Extra-Sternchen. 4/5 Bücher!

Der Autor

Dan Wells studierte Englisch an der Brigham Young University in Provo, Utah, und war Redakteur beim Science-Fiction-Magazin »The Leading Edge«. Mit »Ich bin kein Serienkiller« erschuf er das kontroverseste und ungewöhnlichste Thrillerdebüt der letzten Jahre. Nach seinen futuristischen Thrillern um die »Partials« war »Du bist noch nicht tot« der lang erwartete neue John-Cleaver-Roman. Mit der »Mirador«-Saga führt Dan Wells in eine neue Welt.

Die Reihe

Mirador-Trilogie

  1. Bluescreen | Bluescreen (Mirador #1) PIPER, Okt. 2016
  2. Overworld | Ones and Zeroes (Mirador #2) → PIPER, Dez. 2017
  3. –  –  – | –  –  – (Mirador #3)

Originalcover

Bluescreen

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