MeeresWeltenSaga 01 – Unter dem ewigen Eis der Arktis von Valentina Fast

Unter dem ewigen Eis der ArktisDie Autorin: Valentina Fast
Dt. Reihentitel: MeeresWeltenSaga
Dt. Titel: Unter dem ewigen Eis der Arktis
Band: 1/2
Dt. Erstausgabe: 02.03.2017
Verlag: Impress
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Genre: Jugendbuch | Urban Fantasy
eBook | 3,99 €

Überall Wasser und kalte Meeresluft. So schön das Land der Mitternachtssonne auch sein mag, so wenig kann sich Adella über den Umzug nach Norwegen freuen. Zu viele Erinnerungen lasten auf den glitzernden Fjorden, zu denen ihre Eltern sie jedes Jahr mitgenommen haben. Nun ist alles, was ihr von ihnen geblieben ist, eine simple Kette mit einer einzigen Perle dran – ein Schmuckstück, das ihr ihre vor kurzem verstorbenen Eltern von einer Unterwasserexpedition mitgebracht haben. Aber die Meereswelt hat die entwendete Perle nicht vergessen. Und so passiert bei einem Ausflug das Unfassbare: Adella wird in die Tiefen des Wassers gezogen und verwandelt sich in eine Meerjungfrau…

Meine Meinung

Unter dem ewigen Eis der Arktis“ von Valentina Fast ist der interessante Auftakt der MeeresWeltenSaga.

Wieso ich mich überhaupt dazu entschlossen habe, diesem Buch eine Chance zu geben, weiß ich selbst nicht genau. Je älter ich werde, desto mehr gruselt es mich vor dem Meer. Als Kind waren Meerjungfrauen das höchste der Gefühle für mich, doch mittlerweile denke ich dabei weniger an Arielle als an die teuflischen Sirenen der griechischen Mythologie oder an die ebenso tödliche Version aus Fluch der Karibik. Trotzdem gebe ich Büchern, die in den Tiefen des Meeres spielen, immer wieder eine Chance, in der Hoffnung, noch einmal dem Zauber zu erliegen, dem ich als Kind immer wieder verfallen war.

Wie es mir nun bei „Unter dem ewigen Eis der Arktis“ ergangen ist, weiß ich selbst nicht so genau. Irgendwie hat Valentina Fast genau die Mitte getroffen: vieles hat mir gut gefallen, einiges jedoch so gar nicht und der im Titel beschriebene Schauplatz ist, wie im Grunde zu erwarten, alles andere als heiter und fröhlich. Meine Angst vor dem Meer hat sie mir also schon mal nicht genommen.

Doch da es darum nicht geht, lasse ich das nun weitestgehend außen vor. Allerdings verdeutlicht meine obige Beschreibung vielleicht, wie ich mich beim Lesen gefühlt habe. Denn jedes Mal, wenn Adella sich ihrer bedrückenden, von Eis umschlossenen, nassen Umgebung bewusst wurde, musste auch ich erst einmal ein paar tiefe Atemzüge nehmen, um mich zu vergewissern, dass ich nicht unter dem Eis gefangen war. Ob das nun an meiner grundlegenden Aversion oder dem Schreibtalent der Autorin liegt, Fakt ist, dass man als Leser wirklich tief in diese Geschichte eintauchen kann. Für mich war die drückende Atmosphäre offensichtlich stets spürbar, aber ich denke auch andere Leser kommen hier voll auf ihre Kosten. Auch gelingt es Valentina Fast wirklich ausgesprochen gut, die Welt, in die Adella entführt wird, zu beschreiben.

Adella selbst gehört der Sorte Protagonistin an, bei der ich mich noch nicht entschieden habe, ob ich sie mag oder nicht. Sie wirkt auf mich noch nicht ganz ausgereift, bietet aber durchaus viel Potenzial. Ihre emotionale Verwirrtheit kann ich weder bemängeln noch gut heißen, denn es weist einiges daraufhin, dass das ein gewollter und entscheidender Aspekt für den späteren Verlauf der Reihe sein wird. Also, muss ich notgedrungen abwarten. Was mir hingegen überhaupt nicht gefallen hat, war die mangelnde Neugierde, sowohl seitens Adella als auch der Meerjungfrauen, die in diesem Buch als Medius (m) oder Media (w) bezeichnet werden. Adella stellt lediglich am Anfang ein paar grundlegende Fragen à la Wovon ernährt Ihr Euch? und von Seiten der Medius erinnere ich mich nur an die Frage, wie es so sei ein Mensch zu sein, die Adella in einem Satz beantwortet, der im Grunde besagte, dass es dasselbe in Grün bzw. trocken sei. Auch wird so am Rande mehrmals erwähnt, dass die Medius uns Menschen nicht mögen würden, weil wir a) dumm sind und b) die Meere verschmutzen. Letzteres wird zwar circa 3, 4 Mal erwähnt, jedoch so oberflächlich, dass es mir in der Seele wehtat.

Ebenso seltsam ist die „Liebesgeschichte“. Ernsthaft. Was ist da los? Da sie eine Jugendbuch-Heldin ist, bzw. ein Mensch, der in eine Media verwandelt wurde und der schönste Fisch unter allen Meeren ist, steht natürlich grundlegend jeder auf sie. Doch es gibt 3, ja DREI, relevante Fischmänner: einer spielt falsch, einer ist noch mal was anderes und den dritten im Bunde kann sie eigentlich nicht leiden, obwohl sie sich zu ihm hingezogen fühlt. Manchmal. Es könnten auch nur Hormone sein oder was auch immer Fische so antörnen, jedenfalls schwirrten da für mich definitiv zu viele Pheromone rum. Allerdings möchte ich das gar nicht so sehr ins Lächerliche ziehen, wie es offensichtlich klingt. Denn auch hierbei scheint sich die Autorin tatsächlich mehr dabei gedacht zu haben und ich muss Adella zugute halten, dass sie im Grunde wacker Abfuhren erteilt trotz ihres eigenen Hormonstaus. Ich glaube, das kann noch richtig interessant werden, vor allem weil ich zur Abwechslung mal keine Ahnung habe, worauf das Ganze hinauslaufen soll.

Ansonsten ist der Plot angenehm abwechslungsreich, interessant und irgendwie auch ziemlich seltsam. Einiges ist schon fast zu offensichtlich während andere Plottwists völlig unerwartet und beinahe aus der Luft gegriffen erscheinen. Dadurch wird die komplette Geschichte völlig unvorhersehbar, was natürlich immer etwas Gutes ist. Wie gesagt, habe ich keinerlei Ideen wie die Reihe als Ganzes so weitergehen wird, aber das werde ich ja dann wohl sehen, wenn es weitergeht. 4 Königreiche und das Wörtchen „Saga“ im Titel deuten sowieso noch auf mehr als einen Folgeband.

Fazit

Valentina Fasts „Unter dem ewigen Eis der Arktis“ ist der Auftakt der MeeresWeltenSaga. Diese präsentiert sich ein wenig seltsam und undurchsichtig und lässt mich recht unentschlossen zurück. Der Plot ist interessant und abwechslungsreich, teilweise vorhersehbar, im Großen und Ganzen jedoch so wankelmütig, dass alles möglich scheint. Die Liebe erweist sich als ein sehr abstraktes Gebilde, das noch keine klare Wertung zulässt und die Figuren sind gewiss noch ausbaufähig, doch meine Neugierde ist entfacht. Meerjungfrauen-Fans kommen hier voll auf ihre Kosten, doch da hier noch so viel Luft nach oben ist, verbleibe ich vorerst bei 3,5/5 Büchern, die ich eher auf- als abzurunden gedenke.

Die Autorin

Valentina Fast wurde 1989 geboren und lebt heute im schönen Münsterland. Beruflich dreht sich bei ihr alles um Zahlen, weshalb sie sich in ihrer Freizeit zum Ausgleich dem Schreiben widmet. Ihre Leidenschaft dafür begann mit den Gruselgeschichten in einer Teenie-Zeitschrift und verrückten Ideen, die erst Ruhe gaben, wenn sie diese aufschrieb. Ihr Debüt, die »Royal«-Reihe, wurde innerhalb weniger Wochen zum E-Book-Bestseller.

Die Reihe

MeeresWeltenSaga

  1. Unter dem ewigen Eis der Arktis
  2. –  –  –

4 Gedanken zu „MeeresWeltenSaga 01 – Unter dem ewigen Eis der Arktis von Valentina Fast

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