Rezension

[Lisa’s Rezension] Münchhausen – Die Wahrheit über das Lügen von Flix und Bernd Kissel

Der Autor: Flix
Der Illustrator: Bernd Kissel
Dt. Titel: Münchhausen – Die Wahrheit über das Lügen *
Dt. Erstausgabe: 30.05.2016
Verlag: CARLSEN
Altersempfehlung: ab 12 Jahren

Am Vorabend des Zweiten Weltkriegs wird Sigmund Freud in den Buckingham Palast gerufen, denn ein etwas merkwürdiger alter Mann, der behauptet, er käme vom Erdbeerpflücken auf dem Mond, ist dem Dach gelandet. Es handelt sich um keinen geringeren als Baron Münchhausen. Freud soll nun herausfinden, ob dieser Mann lügt … Erfolgsautor Flix („Faust“, „Schöne Töchter“ u.v.m.) arbeitet für sein neues Buch mit dem Zeichner Bernd Kissel zusammen. Gemeinsam versetzen sie die Abenteuer des Barons Münchhausen ins 20. Jahrhundert. Eine wundervolle Literaturbearbeitung des Klassikers, die den Lügenbaron in einem völlig neuen Licht zeigt.

Meine Meinung

Für mich war „Münchhausen – Die Wahrheit über das Lügen“ mein erster Comic, mal abgesehen von den damaligen Mickey Mouse Heften. Umso gespannter war ich darauf, was mich erwartet, denn immerhin ist Münchhausen weltbekannt. Als absoluter Neuling auf diesem Gebiet kann ich insgesamt sagen, dass mir der Comic gut gefallen hat, auch weil er nicht lediglich aus Papier besteht, sondern einen richtigen Buchumschlag hat.

Die Illustrationen waren sehr ansprechend gestaltet, sodass man der Geschichte auch ohne Sprechblasen gut folgen konnte. Es gibt viele lustige und natürlich auch überspitze Szenen, die mich oft zum Schmunzeln gebracht haben. Das Ende ist relativ offen, sodass man als Leser viel Raum für eigene Gedanken und Interpretationen hat.

Neben Münchhausen selbst spielt auch Freud als Figur eine tragende Rolle, was mir sehr gut gefallen hat, denn auch über Freud habe ich schon viel gelesen und gehört. Auch wenn ich mir persönlich Freud ganz anders vorgestellt hätte, so hat er in seiner Rolle für mich trotz allem einen sehr glaubwürdigen Eindruck gemacht und sich gut in das Gesamtkonzept eingefügt.

Besonders aufgefallen ist mir, dass man im Grunde keine wirkliche Lösung zum Wesen des Münchhausen und seinen Geschichten geliefert bekommt, sondern dass man selbst völlig frei in seiner Interpretation von Lüge und Wahrheit ist. Diese Taktik hat mir sehr gut gefallen, denn sie führt dazu, dass man auch noch nach der Lektüre gedanklich nicht damit abgeschlossen hat und sogar noch darüber hinausdenkt.

Bei der Mondszene musste ich übrigens ganz stark an Alice im Wunderland denken – ob das so beabsichtig war, oder einfach nur mein individuelles Empfinden, kann ich nicht sagen, aber es hat mir auf jeden Fall gefallen.

Fazit

Insgesamt kann ich „Münchhausen“ jedem empfehlen, der gerne Comics liest, würde aber selbst vermutlich nicht unbedingt noch einmal zu einem solchen greifen, weil ich es tatsächlich lieber mag, wenn die Seiten mehr mit Worten und weniger mit Bildern gefüllt sind. Trotzdem ist hier eine gute und solide Geschichte um das Wesen des Münchhausen erschaffen worden, die die Thematik von allen Seiten gut beleuchtet und die sich definitiv zu lesen lohnt.

Der Autor

Flix, Jahrgang 1976, lebt und arbeitet als freier Illustrator und Comiczeichner in Berlin. Er studierte Kommunikationsdesign und debütierte mit seiner Abschlussarbeit »held« bei Carlsen. Es folgten weitere Comics mit autobiografischem Anstrich wie »Heldentage«, seinen Comicstrip, den er seit 2006 auf www.der-flix.de veröffentlicht. Die Zeitungsserien »Da war mal was…« (Tagesspiegel), »Faust« und »Don Quijote« (beide F.A.Z.) liegen als Buchausgaben vor, ebenso die Kindercomicserie »Ferdinand«, die als Gemeinschafts-produkt mit Ralph Ruthe im Kindermagazin des SPIEGLES Dein SPIEGEL erscheint. Derzeit veröffentlicht Flix den Zeitungscomic »Schöne Töchter« in der Sonntagsausgabe des Tagesspiegels. Flix’ Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet u.a. mit dem Max und Moritz-Preis und dem PENG!-Preis.

www.der-Flix.de

Der Illustrator

Nach seiner Ausbildung zum Trickfilmzeichner am „Lycée technique des Arts et Métiers“ (LTAM) in Luxemburg, arbeitete Bernd Kissel als Designer im Luxemburger Trickfilmstudio Studio 352. Bereits 2006 schuf er mit „Eisenhans“ einen Comic mit Flix. Seit 2007 veröffentlicht er die Comicserien „SaarLegenden“ und „SaarlandAlbum“ in der Saarbrücker Zeitung, die auch in Buchform erschienen sind. Als freier Zeichner arbeitete er u.a. für das ZDF.

www.bernd-kissel.com


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