(2017) Das Scherbenhaus

[Lisa’s Rezension] Das Scherbenhaus von Susanne Kliem

Das ScherbenhausDie Autorin: Susanne Kliem
Dt. Titel: Das Scherbenhaus
Dt. Erstausgabe: 20.03.2017
Verlag: carl’s books
Genre: Psychothriller

Carla Brendel wird seit Monaten von einem Stalker verfolgt, der ihr Fotos mit bedrohlichen Motiven schickt: Menschliche Haut. Ein Messer. Wunden. Aus Angst vor dem Fremden flüchtet sie aus ihrer idyllischen Heimatstadt in Norddeutschland zu ihrer Halbschwester nach Berlin. In Ellens luxuriöser Wohnanlage „Safe Haven“, die mit neuesten Sicherheitssystemen ausgestattet ist, fühlt sie sich beschützt. Doch kurz nach ihrer Ankunft verschwindet Ellen spurlos, ihre Leiche wird wenige Tage später aus der Spree geborgen. Ein tragischer Unfall? Oder wissen die anderen Hausbewohner mehr, als sie sagen? Carlas Zweifel wachsen. Sie bleibt und sucht nach der Wahrheit. Dabei merkt sie schnell, dass im „Safe Haven“ ganz eigene Regeln und Gesetze herrschen. Und es tödlich enden kann, wenn man zu viele Fragen stellt …

 Meine Meinung

Das Scherbenhaus“ von Susanne Kliem war für mich ein gutes und abwechslungsreiches Buch, doch leider habe ich mir etwas mehr Spannung im Verlauf des Buches erhofft.

Zwar gab es einige wirklich spannende Stellen, aber im Gesamteindruck war das Buch nicht so fesselnd, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Die Hinleitung zu den tatsächlich zentralen Geschehnissen war ein wenig zu langatmig, wohingegen das Ende meiner Meinung nach ein wenig zu kurz kam. Trotzdem ist es nicht so, dass einem dadurch das gesamte Buch verdorben wird.

Es gibt eine Vielzahl von Charakteren, die jedoch nicht alle eine wirklich tragende Rolle für „Das Scherbenhaus“ spielen, sodass man als Leser eine handvoll Figuren hat, auf die man sich fokussieren kann. Auf diese Weise bleibt ein roter Faden, dem man mühelos folgen kann. Hierbei hat die Autorin es immer wieder geschafft, den Leser auf falsche Fährten zu locken. Man beginnt zwischendurch selbst darüber nachzudenken, was sich wohl tatsächlich hinter den Fassaden verbirgt, die man nach außen hin wahrnimmt und erkennt, dass der erste Schein schwer trügen kann. Trotzdem arbeitet die Susanne Kliem auch die Wichtigkeit von Freundschaft in diesem Zusammenhang sehr schön heraus. Durch die vielen Figuren wird man als Leser mit einer Vielzahl kleinerer Handlungsstränge konfrontiert, die nicht immer alle relevant für die Geschichte waren, die aber trotzdem das Ganze ein wenig aufgelockert haben.

Damit einhergehend muss ich sagen, dass es Susanne Kliem sehr gut gelungen ist, die im Haus herrschende Atmosphäre zu beschreiben und zu vermitteln. Dabei hat man zum einen die Beziehung der Hausgemeinschaft auf der einen Seite, aber auch das Haus als eigenständiges Objekt auf der anderen Seite. Ich musste mir immer wieder vorstellen, wie es wohl wäre selbst in diesem Haus zu leben. Auch wenn es sicherlich einige Vorteile bietet, so habe ich doch eher immer ein beklemmendes Gefühl gehabt, da ich den Eindruck von Abhängigkeit und Kontrolle nicht loswerden konnte. Dieses Element ist mir noch nicht oft in Büchern aus diesem Genre begegnet, sodass ich positiv überrascht davon war.

Leider musste es in diesem ansonsten recht gut konzipierten Psychthriller auch eine Liebesgeschichte geben, die zwar zu Beginn durchaus Sinn gemacht, am Ende aber einen eher unglaubwürdigen Ausgang genommen hat. Mehr kann ich euch dazu aber nicht verraten, denn wir wollen ja schön Spoilerfrei bleiben!

Fazit

Alles in allem hat Susanne Kliem mit Das Scherbenhaus einen soliden und lesenswerten Spannungsroman erschaffen, der jedoch leider den Spannungsbogen nicht ganz halten konnte und einige Längen aufweist. Trotzdem kommt man gut durch das Buch durch und bereut es nicht am Ende, es gelesen zu haben, da sie die ein oder andere Überraschung bereit hält. Leider war das Ende dann doch etwas zu abrupt und auch die bereits angesprochene Liebesbeziehung gefiel mir in ihrem Ausgang nicht ganz so gut. Der Psychoterror hätte in diesem Buch etwas mehr Raum gebraucht, damit es dem Anspruch gerecht gewesen wäre, sodass ich insgesamt 3/5 Büchern vergebe.

Lisa's Signature

Die Autorin

Susanne Kliem wurde am Niederrhein geboren und lebt heute mit ihrer Familie in Berlin. Sie ist gelernte Buchhändlerin und arbeitete u. a. als Pressereferentin für Fernsehserien von ARD und ZDF sowie für das größte deutsche Theaterfestival »Theater der Welt«. Seit 2009 hat sie bereits zahlreiche Krimis geschrieben. Nach dem Thriller Die Beschützerin (2014) erschien von ihr – ebenfalls bei carl’s books – der hochgelobte Kriminalroman Trügerische Nähe (2015), zu dem eine Verfilmung bereits in Vorbereitung ist.

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