[Lisa’s Rezension] Casting – Spiel ums Leben von Yvonne Richter

Casting - Spiel ums LebenDie Autorin: Yvonne Richter
Dt. Titel: Casting – Spiel ums Leben
Dt. Erstausgabe: 25. August 2016
Verlag: Fabulus Verlag
Altersempfehlung: 10 – 16 Jahre 
Genre: Dystopie | Kinder- & Jugendbuch
Hardcover | 16,95€
eBook | 13,99€

Lovis ist ein Siegertyp. Geschickt bewegt er sich in der schillernden Spielewelt, deren Gesetze längst in sämtlichen Bereichen des Lebens gelten. Eine Clique von selbstverliebten Juroren hält das Karussell der Castings und Contests in Gang. Sie sorgen mit drastischen Methoden dafür, dass niemand aus der Reihe tanzt. Als Lovis sich mit Jo anfreundet, beginnt er am Sinn der strengen Regeln zu zweifeln. Das Mädchen und er gehen auf gefährliche Touren. Was sie dabei hinter den Kulissen der Vergnügungsmaschinerie entdecken, stellt alles Gewohnte infrage. Mit einigen Gleichgesinnten finden sie Zuflucht in einer alten Manufaktur und proben den Widerstand. Aber Detektive sind ihnen bereits auf der Spur. Wird es den Ausreißern gelingen, sich gegen das übermächtige System zu behaupten und ihren eigenen Ideen zu folgen?

Meine Meinung

„Casting – Spiel ums Leben“ von Yvonne Richter verspricht ein spannendes dystopisches Weltenkonzept, in dem es um eine Rebellion junger Protagonisten gegen ein menschenunwürdiges System geht. Typisch? Auf jeden Fall, aber trotzdem immer wieder gut.

Mittlerweile bin ich ein echter Fan von Dystopien geworden und lasse mich immer wieder gerne in diese Geschichten fallen, auch wenn sie meist vom Grundgerüst sehr ähnlich sind. Nachdem ich den Klappentext gelesen habe, habe ich mir eine Menge von diesem Buch versprochen.

Insgesamt erinnerte mich dieses Buch sehr stark an eine abgemilderte Form von Die Tribute von Panem, was aber natürlich keinesfalls schlecht ist, denn dieses Buch ist für Leser zwischen 10-16 Jahren empfohlen.

Sehr gut gefielen mir die Namensspiele, die die Autorin eingebaut hat, denn zum einen hat es Spaß gemacht sie „aufzudecken“ und zum anderen haben sie meist auch die Eigenschaften der jeweiligen Figur satirisch sehr gut charakterisiert. Alles in allem finde ich, dass dieses Buch auf eine sehr satirische und vor allem gesellschaftskritische Art und Weise zu lesen ist, sodass es nicht nur für junge Leser geeignet ist, sondern auch für Erwachsene ein gutes Leseerlebnis bieten kann.

Insgesamt hat Yvonne Richter mit einigen Charakteren gearbeitet, die ich im Großen und Ganzen gut durchdacht und gelungen fand, wobei ich mir gewünscht hätte noch etwas mehr über sie zu erfahren. Auch hatte ich durch die gut gewählte Namensgebung kaum Probleme, die Figuren auseinander zu halten.

Leider hat sich die ganze Geschichte insgesamt sehr in die Länge gezogen, wobei es kaum Spannung gab. Wirklich aufregend wurde es erst zum Ende der Geschichte hin, dabei gab es schon zuvor eine Vielzahl von Szenen, die eine passende Vorlage geboten hätten. Ich finde, dass viele Szenen in diesem Buch ihr Potenzial völlig verfehlt haben und dieses Buch deswegen nicht in dem Maße genutzt wurde, wie es hätte genutzt werden können.

Trotzdem ist es durchaus eine Geschichte, die man lesen kann und die Lesespaß bietet, aber vermutlich wirklich eher für die angedachte Zielgruppe.

Fazit

Yvonne Richter hat in „Casting – Spiel ums Leben“ meiner Meinung nicht das ganze Potenzial ihrer Geschichte ausgeschöpft, was ich sehr schade finde. Trotzdem gibt es einige tolle Elemente, die diese Geschichte durchaus lesenswert machen. Ich hoffe sehr, dass wir noch mehr von dieser Autorin lesen werden und dass sie weitere Ideen wie diese bereit hält.
Insgesamt vergebe ich 3,5/5 Bücher.

Lisa's Signature

Die Autorin

Yvonne Richter, Jahrgang 1956, machte nach dem Kunststudium in München noch einen kleinen Umweg als Kunsterzieherin im Niederbayerischen, bevor sie beim Museum im Koffer Nürnberg ihre berufliche Heimat fand. Dort baute sie das erste mobile Kindermuseum auf Tour in Deutschland mit auf, bis sie nach der Geburt ihrer Tochter 1990 neue Aufgaben suchte und einige Jahre als Figurentheaterspielerin und Performancekünstlerin unterwegs war.

Dem Kindermuseum blieb sie jedoch treu und als sich ein festes Haus formte, das Kinder & Jugendmuseum Nürnberg, stieg sie wieder ein und gab dem jungen Unternehmen grafisch und gestalterisch sein unverwechselbares Gesicht.

Seit 2008 schreibt sie Kinder- und Jugendbücher, die auch von den vielfältigen Erfahrungen mit den jungen Besucherinnen und Besuchern geprägt sind.

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