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[Lisa’s Rezension] Blühender Lavendel von Barbara Hagmann

Autorin: Barbara Hagmann
Dt. Erstausgabe: 15.08.2015
Verlag: Riverfield
Format: Hardcover
Seitenzahl: 240
ISBN-10: 3952446378
ISBN-13: 978-3952446379
Preis: 28,90 €


Um sich und sein Leben im Griff zu haben, sind für Herbert Kull strikte Tagesabläufe und Rituale ein Muss. Neben seiner Ordnungsliebe hat er eine Schwäche für Lavendel, ein Duft, der ihn an seine geliebte Mutter erinnert. Die junge Assistentin Simone Allemann arbeitet Tür an Tür mit dem ältlichen skurrilen Buchhalter und hat ihr Leben alles andere als im Griff. Die beiden verbindet absolut nichts, sie leben in verschiedenen Welten – bis es zu jener fatalen Begegnung kommt.


Im August diesen Jahres erschien Barbara Hagmanns erster Roman „Blühender
Lavendel“
im Riverfield Verlag.
Mit ihrem Debüt legte sie meiner Meinung nach ihren Grundstein für eine
vielversprechende Karriere. Ein spannendes Buch bis zur letzten Seite!

Meine Meinung

Herbert Kull ist ein Mann voller Zwänge und kann nicht von
seiner fanatischen Ordnungsliebe abweichen, ohne das Gefühl zu haben, die
Kontrolle zu verlieren. Seine Arbeitskollegin Simone Allemann ist eine junge,
bodenständige Frau, die zwar um ihren schrulligen Kollegen weiß, aber genau wie
der Rest der Welt mit ihm nicht in einer näheren Verbindung steht. In ihrem
Kopf dreht sich alles um die unerwartete Trennung seitens ihres Freundes und
den daraus resultierenden Scherbenhaufen, vor dem sie nun steht. Dass das
Schicksal dieser beiden absolut gegensätzlichen Menschen bald untrennbar mit
einander verwoben sein wird, ahnen sie beide nicht.
Schon das Cover ist meiner Meinung nach sehr Aussagekräftig
gewählt, denn es rückt neben den Titel den Fokus auf das zentrale Motiv des
Lavendels und verspricht eine spannende und düstere Geschichte. Bei mir hat es
die Neugierde geschürt, dem Geheimnis des Buches und des Lavendels auf den
Grund zu gehen.

Der Schreibstil ist dabei sehr angenehm und lässt einen leichten Lesefluss zu,
sodass ich das Buch in recht kurzer Zeit durchlesen konnte. Dass Barbara
Hagmann uns dabei bis zur letzten Seite im unklaren darüber lässt, wie Kull und
Allemann letztlich zueinander finden werden, hat das Spannungslevel nur noch
mehr gesteigert. Auch schaffte sie es, mich zwischendurch immer wieder aufs
Glatteis zu führe, da ich mit einer gänzlich anderen Entwicklung der Ereignisse
gerechnet hätte. Leider hat es mir im Großen und Ganzen dann aber doch ein
wenig zu lange gedauert, bis sie die beiden zentralen Erzählstränge tatsächlich
zusammen geführt hat und das abrupte Ende hat mich etwas überrascht und
nachdenklich zurück gelassen.
Die Charaktere, die sie für ihre Geschichte erschaffen hat,
sind sehr lebhaft und authentisch, zeichnen sich aber vor allem durch ihre
Gegensätzlichkeit aus. Man kann sich in sie hineinversetzen und ihre Gefühle
und Handlungen absolut nachempfinden, denn sie sind sehr Facettenreich und man
kann sich selbst in der ein oder anderen Verhaltensweise sicherlich
wiedererkennen.
Herbert Kull ist
der zwanghafte Neurotiker, der von allen geduldet und belächelt wird. Seine
stets gewissenhaft und korrekt durchgeführte Arbeit wird von allen geschätzt,
doch seine sonderbare verschrobene Art hindert seine Mitmenschen daran, näheren
Kontakt zu ihm zu knüpfen. Als Leser empfindet man sehr schnell Sympathie für
diesen schrulligen Charakter und möchte seinem Ursprung gerne auf den Grund
gehen.
Simone Allemann ist
eine Arbeitskollegin Kulls und ist ebenfalls ein sympathischer Charakter.
Besonders die weiblichen Leserinnen können sich sicherlich sehr gut in ihre
Situation hineinversetzen und mit ihr mitfühlen. Ab und an habe ich mich jedoch
dabei erwischt, dass sie neben Kull als Charakter etwas verblasst und ihre
„Beziehungsprobleme“ neben seinen Zwängen trivial erscheinen.
Das Ende des Buches ist gleichzeitig der absolute Höhepunkt
und endlich wird die ansteigende Spannungskurve gelöst und man erfährt, wo die
tatsächliche Verbindung zwischen den beiden Protagonisten liegt. Ein
unerwartetes und überraschendes Ende, das mich auch heute noch nicht vollkommen
losgelassen hat.

Fazit

Alles in allem würde ich diesem Romandebüt 4/5 Büchern geben, da es mich sehr gefesselt und in seinen Bann gezogen hat. Die Auflösung
der Zusammenhänge ist durchaus überzeugend, da mir das Ende dann aber doch
etwas zu abrupt war, kann ich nicht die volle Punktzahl geben, denn ich hätte
gerne erfahren, wie es mit den Protagonisten weiter geht. Insgesamt sehe ich
jedoch großes schriftstellerisches Potenzial und würde gerne mehr von Barbara
Hagmann lesen.

Die Autorin

Barbara Hagmann, geboren 1974, arbeitete im internationalen Finanzsektor in Zürich. Seit 2010 ist sie als freie Journalistin tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Zürich. »Blühender Lavendel« ist ihr Romandebüt.

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