Luca & Allegra 01 – Liebe keinen Montague von Stefanie Hasse

Liebe keinen MontagueDie Autorin: Stefanie Hasse
Dt. Reihentitel: Luca & Allegra
Dt. Titel: Liebe keinen Montague
Band: 1/2
Dt. Erstausgabe: 02.06.2016
Verlag: Impress
Genre: Jugendbuch | Urban Fantasy
eBook | 3,99 €

Maskenbälle, unsternbedrohte Familiengeschichten und verfluchte Liebespaare kennt Allegra höchstens aus ganz alten Büchern, aber mit der Realität haben sie für sie nichts zu tun. Das ändert sich grundlegend, als sie bei einem Kurzurlaub am Gardasee erfährt, dass ihr Hotel von Nachfahren der Capulets geführt wird. Anscheinend ist ihre Fehde mit den Montagues auch nach Jahrhunderten noch intakt. Als sie aus purer Neugier die andere Seite des Sees erkundet, beginnen sich die Ereignisse unwillkürlich zu verdichten. Denn Allegra trifft auf Luca Montague und damit auf ihr magisches Schicksal…

Meine Meinung

Luca und Allegra – Liebe keinen Montague“ von Stefanie Hasse ist die Neu-Interpretation der wohl berühmtesten Liebesgeschichte der Welt.

„Es ist die Verbindung unserer Familien“, flüsterte er ganz nah bei ihr. „Im Hass verbunden, so auch in der Liebe.“ (Pos. 1646)

Dabei ist es noch viel mehr, denn Stefanie Hasse gibt uns Antworten auf Fragen, die man sich vorher nie getraut hätte, zu fragen. Mit „Liebe keinen Montague“ wird die Geschichte von „Romeo und Julia“ nicht einfach neu erzählt; stattdessen wird man als Leser in eine fiktive Realität versetzt, in der es Romeo und Julia so wirklich gab. Gekonnt verbindet Hasse das Drama von Shakespeare mit der griechischen Mythologie und setzt das Ergebnis dann in unsere Zeit.

Es ist kein Spiel. Es ist ein Fluch. (Pos. 517)

Es ist eine Mischung, die nach Erfolg schreit – und das zurecht. Der Autorin ist es gelungen, mich von Anfang an in die Geschichte hineinzusaugen und hat mich dann auch erst am Ende wieder raus gelassen. Dieser Umstand ist vor allem der Protagonistin, Allegra, zu verdanken, die mir gleich sympathisch war. Trotz ihrer übernatürlichen Schönheit ist sie eine Figur, in die man sich gerne hineinversetzt, besonders gefallen hat mir allerdings, dass die Autorin auch wirklich etwas mit ihr ausdrücken will.

Sie wusste, dass sie recht gut aussah, das verrieten ihr ständig die dämlichen Pfiffe und Rufe von irgendwelchen Typen. Sie war jedoch nie geschmeichelt, sondern nur genervt. Einfach alle sahen nur ihr gutes Aussehen. Abitur mit Bravour bestanden? Spricht fünf Fremdsprachen fließend? Steht kurz vor dem Medizinstudium? Alles uninteressant. Aussehen war schließlich wichtiger als der Rest. Sie schnaubte innerlich. (Pos. 108)

Sie war die Letzte, die sagen dass ein Junge hübsch oder gar heiß aussah. Sie war nie so ein Mädchen gewesen, das einen Jungen anziehend fand, nur weil er gut aussah. Für Allegra gehörte mehr dazu – genau das, was sie sich für sich selbst immer gewünscht hatte. Dass ihre inneren Vorzüge gesehen: ihr Intellekt, ihre gutmütige Art, ihr Humor oder was es sonst noch so bei ihr zu entdecken gab. (Pos. 289)

Ein wenig gestört hat mich in diesem Kontext nur die ebenfalls „zu“ perfekte, beste Freundin, Jen. Es gab Stellen, an denen ich ihre Existenzberechtigung hinterfragt habe, an anderen war diese wieder überaus klar. Das entscheidende Urteil wird dann wohl in der baldigen Fortsetzung „Küsse keinen Capulet“ gefällt.

Ein Feuer wallte in Lucas Augen auf, ehe er spitzbübisch grinste. „Wenn ich dich küsse, siehst du meinen Tod? Wie romantisch.“ (Pos. 1637)

An der Geschichte gibt es im Grunde nichts zu bemängeln. Kleinere Ungereimtheiten ließen sich schnell im Gespräch mit der Autorin klären, öfter waren es ganz bewusste Fallen, vor deren Schläue ich im späteren Verlauf des Buches meinen imaginären Hut gezogen habe. Generell bietet „Liebe keinen Montague“ einen unheimlich hohen Unterhaltungswert, der für mich vor allem daraus resultiert, das ich mir irgendwie etwas ganz anderes vorgestellt habe. Ein weiterer wundervoller Aspekt: je länger man dieses Büchlein sacken lässt, desto genialer wird es irgendwie.

„Ist es Liebe?“, fragte sie leise. […] „Ist es echt?“ (Pos. 1648)

Allein sprachlich ist es ein kleines Meisterwerk. Stefanie Hasse schreibt jugendlich frisch, angenehm schnörkellos – und doch sind so manche Sätze eine klitzekleines Stück Poesie. Shakespeare schimmerte hier und da durch, doch auch manch andere, so einfache Sätze, bekamen plötzlich einen bezaubernden Klang. Toll!

Fazit

Stefanie Hasses „Luca und Allegra – Liebe keinen Montague“ ist eine wundervolle Neu-Interpretation von „Romeo und Julia“. Es ist ganz anders als erwartet und dabei so viel mehr – eine perfekte Mischung aus Shakespeare und griechischer Mythologie mit Jugendbuch-Charakter. In Akte geteilt und mit einem Hauch Drama gewürzt, schimmert das „Original“ immer wieder durch – und macht so dieses Jugendbuch zu einem technischen und sprachlichen Highlight. Absolute Empfehlung – 5/5 Bücher!

Die Autorin

Stefanie HasseStefanie Hasse lebt mit ihrem Mann und zwei Söhnen im Süden Deutschlands. Als Inhaberin des Buchblogs „hisandherbooks“ ist das Lesen fest in ihrem Leben integriert.
2011 nutzte sie ihre Elternzeit dazu, ihrer Kreativität Raum zu geben und begeisterte mit ihren fantastischen Welten nicht länger nur Freunde und Verwandte.

Stets unter Strom, versucht sie, einen chaotischen Männerhaushalt zu organisieren, ihrer Arbeit als Sozialversicherungsangestellte nachzugehen, fleißig zu bloggen und ihre Charaktere zum Leben zu erwecken. Ihre zwei Fantasy-begeisterten Kinder machen ihr immer wieder aufs Neue deutlich, wie viel Magie es doch im Alltag gibt und dass mit einem kleinen Zauber so vieles einfacher geht.

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Die Reihe

Luca & Allegra Dilogie

  1. Liebe keinen Montague
  2. Küsse keine Capulet

5 Gedanken zu „Luca & Allegra 01 – Liebe keinen Montague von Stefanie Hasse

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