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Liberty Bell – Das Mädchen aus den Wäldern von Johanna Rosen

© Arena Verlag

Autorin: Johanna Rosen
Dt. Titel: Liberty Bell – Das Mädchen aus den Wäldern
Dt. Erstausgabe: 06/2013
Verlag: Arena
Format: Hardcover
Seitenzahl: 375
ISBN-10: 3401068040
ISBN-13: 978-3-401-06804-6
Preis: 15,99 €

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Die Leseprobe findest Du hier.

Sie ist siebzehn Jahre alt. Sie kennt kein Internet und kein Facebook,
keine Hochhäuser und keine Autos. Liberty Bell ist im Wald
aufgewachsen,fernab von jeder Zivilisation. Und Ernesto ist der erste
Junge, den sie zu Gesicht bekommt.
Ein mitreißender Roman über eine
zarte Liebe zwischen zwei Jugendlichen, die den ungewöhnlichen Umständen
trotzen und für ihre ganz persönliche Freiheit kämpfen. Berührend,
aufwühlend und ganz außerordentlich.
 

Inhalt

Ernesto
und seine Freunde stoßen durch Zufall auf ein Mädchen, das nackt im Wald
herumläuft. Ist sie eine Touristin? Gehört sie einer Sekte an? Oder
schlimmeres? Diese und noch mehr Fragen plagen die Jungs seit dem Tag ihrer
Entdeckung. Als einer der Jungs beschließt, die Story des „Mädchens aus dem
Wald“ höchstbietend zu verkaufen, kommt 
es zur Eskalation zwischen den Freunden und trotz all seiner Bemühungen,
konnte Ernesto Liberty Bell nicht vor der Presse und der Polizei retten. Sie
wird in ein Krankenhaus gebracht, wo sie aufgepäppelt und danach rehabilitiert
werden soll. Ernesto gibt sich alle Mühe, ihr beizustehen, doch dann nimmt eine
Mordserie ihren Lauf und alle fragen sich, inwiefern das mit Liberty Bell
zusammen hängt…

Eigene
Meinung

LibertyBell
– Das Mädchen aus den Wäldern
“ von Johanna Rosen ist ein Buch, das polarisiert.
Ich selbst hatte das Buch eigentlich schon wieder von meinem Wunschzettel
geschmissen, nachdem ich all die negativen Rezensionen gelesen hatte, doch dann
wurde es mir so wärmstens empfohlen, dass ich mich fragte, wie kann das sein?
Sogleich
stolperte ich über den schwierigen Einstieg, da Rosens Schreibstil doch sehr
gewöhnungsbedürftig ist. Ein auktorialer Erzähler, der vor allem zu Beginn
ständig in die verschiedensten Köpfe guckt, kann ganz schön verwirren. So
angenehm ihr Schreibstil in der Erzählform ist, so nervig wird dieser bei den
Dialogen. Eine zu häufige und vor allem falsche Verwendung von Bindestrichen
und anderen Satzzeichen machten das Lesen zur Qual. Rosen beschrieb jedes
Gespräch so,  als würden alle Teilnehmer
stottern.
Die
Charaktere bleiben erstaunlich flach. Liberty Bell und einige andere Figuren
waren definitiv interessant und facettenreich, aber der Einzige, der
einigermaßen plastisch erschien, war Ernesto. Erstaunlich ist das Ganze
deshalb, weil so viele Persönlichkeiten eine wichtige Rolle spielen. So viele,
dass auch das am Anfang zu Verwirrung führen kann.
Die
Geschichte ist ganz anders als erwartet. Ehrlich gesagt, konnte ich mir an
keiner Stelle so wirklich vorstellen, worauf das Ganze hinausläuft. Zugegeben,
nach dem ersten Mord sucht man natürlich nach dem Täter, aber Rosen eröffnet so
viele Baustellen, die alle nicht miteinander zusammen zu hängen scheinen, dass
ich ab einem gewissen Punkt schon richtig neugierig war. Einer der größten
Kritikpunkte für viele Leser ist der Schwerpunkt, der auf dem eigentümlichen
Leben in der Kleinstadt „Old Town“ und den facettenreichen Familiengeschichten
der Jungs liegt. Dabei ist das nicht nur wichtig für die Story, sondern für
mich auch interessant, konnte Rosen ihren flachen Figuren so doch wenigstens
etwas Farbe verleihen. Mich hat es mehr verstört, dass die sogenannte
„Fäkalsprache“ (anders kann ich es nicht bezeichnen, tut mir Leid!) so gerne
verwendet wurde und Sex so ein großes Thema war. Schon klar, Jungs in dem Alter
sind so, aber irgendwie war mir das Thema zu dominant.
Die
Liebesgeschichte ist sehr dezent und wirklich schön. Ernesto ist so ein guter
Übermittler für all die Gefühle, die Rosen vermitteln will, dass man einfach
nur begeistert sein kann.
Das
Cover ist schön und definitiv ein Eyecatcher. Die Farbgebung ist harmonisch und
ansprechend, allerdings hätte ich niemals auf einen Thriller getippt!

Fazit

Johanna
Rosens „Liberty Bell – Das Mädchen aus den Wäldern“ ist ein sehr eigentümliches
Buch, dessen Geschichte so unvorhersehbar ist, dass man einfach gefesselt sein
muss – wenn man sich drauf einlässt. Dabei ist Rosens Schreibstil eine schwere
Hürde, die man nehmen muss, verschandelt sie die wörtliche Rede doch mit so
vielen, falsch verwendeten Satzzeichen – bevorzugt Bindestriche –die dem Leser
das Gefühl vermitteln, so ziemlich jeder Sprecher hätte eine Sprachstörung. Die
eigentümlich Familiengeschichten und natürlich das besondere Waldmädchen geben
dem Buch eine außergewöhnliche Atmosphäre. Der Thriller-Anteil kommt nicht zu
kurz, ist aber auch nicht zu dominant, obwohl die Spannung allgegenwärtig ist
und sich zum Schluss zu einem Showdown entwickelt, der sich sehen lassen kann.
Ich glaube zwar nicht, dass dieses Buch etwas für Jedermann ist, aber ich
fühlte mich gut unterhalten und kann es durchaus empfehlen – gute 4/5 Bücher!

Die Autorin

Johanna Rosen ist das Pseudonym einer renommierten deutschen
Schriftstellerin, die 1969 geboren wurde und seit 1993 mit großem Erfolg
Bücher veröffentlicht, von denen zahlreiche auch ins Ausland übersetzt
wurden. Mit »Liberty Bell. Das Mädchen aus den Wäldern« wechselt sie das
Genre und schreibt das erste Mal für eine Leserschaft von ­Jugendlichen
und Erwachsenen. Die Autorin lebt zurückgezogen mit ihrer Familie in
der Nähe von Frankfurt am Main.

Mein Dank geht an…

…Mara B. für die Bereitstellung des Wanderbuches! 🙂

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