Rezension

Infernale 02 – Rhapsodie in Schwarz von Sophie Jordan

Rhapsodie in SchwarzDie Autorin: Sophie Jordan
Die Übersetzerin: Ulrike Brauns
Originaltitel: Unleashed (Uninvited #2)
Dt. Reihentitel: Infernale
Dt. Titel: Rhapsodie in Schwarz
Band: 2/2
Dt. Erstausgabe: 13.03.2017
Verlag: Loewe
Altersempfehlung: 14 – 17 Jahre
Genre: Dystopie | Jugendbuch

Seit Davy positiv auf das Mördergen (HTS) getestet wurde, hat sie alles verloren: ihre Familie, ihre Freunde, ihre Zukunft – und was am schlimmsten ist, sich selbst. Denn obwohl sie verzweifelt dagegen angekämpft hat, ist sie doch zu dem geworden, was sie nie sein wollte: eine Mörderin.
Eine Widerstandsgruppe und ihr Anführer Caden geben ihr ein neues Ziel. Und Caden weckt Gefühle in ihr, zu denen sie glaubte, nie mehr fähig zu sein. Aber die Schuldgefühle lassen Davy einfach nicht los …

Meine Meinung

Rhapsodie in Schwarz“ von Sophie Jordan ist der zweite Band und somit auch schon der Abschluss der Infernale-Dilogie.

Da schon der erste Band trotz seiner spannenden Thematik einige Schwächen aufwies und ich bereits viele negative Rezensionen aus dem englischsprachigen Raum zu Band 2 gelesen hatte, bin ich mit so gut wie kaum vorhandenen Erwartungen und ebenso großer Unlust an „Rhapsodie in Schwarz“ herangegangen. Das mag vielleicht nicht ganz fair sein, ersparte mir aber die Enttäuschung, die sonst wahrscheinlich noch größer gewesen wäre,

In „Infernale“ präsentiert uns Sophie Jordan ein gespaltenes Amerika. Gespalten durch eine kleine Gen-Sequenz, deren Träger angeblich leichter einen Mord begehen würden als andere Menschen. Es ist ein Gedankenspiel, das genau den Zeitgeist trifft und wahnsinnig viel Potenzial hat. Potenzial, das leider nie ganz ausgeschöpft wurde.

Wo „Infernale“ allerdings überhaupt noch eine Gesellschaftskritik beinhaltet, verkommt „Rhapsodie in Schwarz“ komplett zum Liebesroman. Auch in der Fortsetzung gibt es einige actionreiche Szenen, ganz ohne Gewalt kommt es eben nicht aus, aber der Fokus liegt klar auf der Gefühlswelt der Protagonistin. Da die Geschichte ausschließlich aus ihrer Sicht erzählt wird, dazu auch noch in Ich-Perspektive, und das Setting vorrangig eine abgeschlossene Konklave darstellt, bleibt das Weltgeschehen nahezu völlig außen vor. Einzig die Passagen zwischen den Kapiteln ermöglichen uns einen kurzen Blick aus dem Minikosmos heraus, doch das ist einfach nicht genug.

Ein schlechtes Buch ist „Rhapsodie in Schwarz“ deswegen noch lange nicht, nur eben eine schlechte Fortsetzung. Der Schreibstil liest sich gewohnt angenehm und Jordan liefert hiermit auch wirklich einen guten Liebesroman, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass die Leser, die das suchen, ausgerechnet nach diesem Buch greifen würden. Wozu so einen Rahmen schaffen, wenn dieser dann zur Nebensächlichkeit verkommt?

Auch geht es mir schon rein prinzipiell gegen den Strich, dass ein Mädchen innerhalb von 2 Büchern, die etwa eine Handvoll Monate umfassen, 2,5 Liebesbeziehungen führt (die Halbe steht für den Freund, der sie am Anfang verlässt, nichtsdestotrotz haben sie sich mal „geliebt“). Zwar gebe ich gerne zu, dass Jordan die Entwicklung Davys sehr gut ausgearbeitet hat, gerade im Bezug auf ihre romantischen Gefühle. Dass Davy erkennt, dass sie nicht mehr dasselbe Mädchen ist und sich somit nicht mehr in dieselben Männer verlieben würde, dass sie Sean gegenüber nun anders empfindet, da der für ihn begangene Mord immer zwischen ihnen stehen wird etc. Das alles sind gute und wichtige Aspekte, keine Frage. Doch das ist eben nicht das Buch, das ich lesen wollte.

Fazit

Sophie Jordans „Rhapsodie in Schwarz“ ist der enttäuschende Abschluss der Infernale-Dilogie. Insofern enttäuschend, als dass uns statt der erwarteten Gesellschaftskritik ein nahezu reiner Liebesroman vorgesetzt wird. Ja, der Rahmen ist weiterhin brutal, aber der Aufstand, das was mich interessiert hat, passiert buchstäblich zwischen den Kapiteln. Natürlich ist dieser zweiter Band gut zu lesen und durchaus auch unterhaltsam, aber ich wollte eben mehr. Schwache 3/5 Bücher!

Die Autorin

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© Country Park Portraits

Sophie Jordan wuchs auf einer Farm in Texas auf und landete mit ihrer Firelight-Trilogie einen internationalen Bestseller. 2016 legt sie mit „Infernale“ den Auftakt einer packenden Liebesgeschichte vor, die durch geschickt platzierte gesellschaftskritische Anklänge zum Nachdenken anregt. Heute lebt die New York Times-Bestsellerautorin mit ihrer Familie in Houston.

Die Reihe

INFERNALE-DILOGIE

  1. Infernale | Uninvited (Uninvited #1) → Loewe, Feb. 2016
  2. Rhapsodie in Schwarz | Unleashed (Uninvited #2) → Loewe, Mrz. 2017

⇒ Der Charakter-Test zur Reihe ⇐

Originalcover

Unleashed

3 Gedanken zu „Infernale 02 – Rhapsodie in Schwarz von Sophie Jordan

  1. BeaSwissgirl

    Halli hallo

    Ich konnte bei deiner Rezi leider nur zustimmend nicken, kann deine Worte so unterschreiben!

    Liebe Grüsse
    Bea

    Antworten
  2. Pingback: Sophie Jordan | Booxikon

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