Rezension

Ich bin deine Bestimmung 01 – Schicksalsbringer von Stefanie Hasse

SchicksalsbringerDie Autorin: Stefanie Hasse
Dt. Reihentitel: Ich bin deine Bestimmung
Dt. Titel: Schicksalsbringer
Band: 1/2
Dt. Erstausgabe: 24.07.2017
Verlag: Loewe
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Genre: Jugendbuch | Urban Fantasy

Kiera war noch ein kleines Mädchen, als ihr ein unheimlicher Mann auf dem Jahrmarkt eine geheimnisvolle Münze zusteckte. Jahre später findet sie die Münze beim Aufräumen wieder und verletzt sich daran. Von da an steht Kieras Leben Kopf: An der Schule tauchen die geheimnisvollen Zwillingsbrüder Phoenix und Hayden auf. Und Phoenix – unfreundlich, überheblich, aber wahnsinnig attraktiv – behauptet, Kiera könne mit der Münze das Schicksal beeinflussen. Und daher dürfe er nun einen ganzen Mondmonat lang nicht mehr von ihrer Seite weichen …

Meine Meinung

Schicksalsbringer“ von Stefanie Hasse ist der Auftakt ihres Zweiteilers mit dem klangvollen Titel „Ich bin deine Bestimmung“. Ich muss gestehen, ich bin wirklich kein Fan von dem Reihentitel, dafür mag ich die eigentlichen Buchtitel umso lieber.

Das Buch erzählt die Geschichte der 17-jährigen Kiera, die dank einer magischen Münze mit dem Schicksal in Berührung kommt – in gleich mehrfacher Ausführung. Es ist ein Kinder- und Jugendbuch im Urban Fantasy Bereich mit einem Hauch Mythologie, den üblichen Coming-Of-Age-Motiven und der gewissen Portion Romantik, empfohlen ab einem Alter von 12 Jahren.

Es ist nicht mein erstes Buch von Stefanie und gewiss auch nicht mein Letztes, allerdings ist es bislang wirklich dasjenige, das ich am wenigsten mochte. Obwohl es nicht ihr erstes Buch für Jugendliche ist, ist es das Erste, das uns Lesern von Anfang bis Ende das Jugendbuch förmlich ins Gesicht schreit. (Ja, der Satz ist sehr seltsam, aber anders kann ich das nicht ausdrücken.) Es hat all die gängigen Stereotypen, all das Drama und eine Instalove-Deluxe. Am Anfang der Woche fanden sie sich noch doof, am Ende der Woche war es die große, schicksalhafte Liebe. Seufz.

Allerdings bin ich mit meinen 26 Jahren ganz gewiss nicht die Zielgruppe, bin generell eher der Anti-Romantik-Typ und befinde mich so langsam aber sicher auf dem Weg, der mich den Jugendbüchern entwachsen lässt. Sie reizen mich zwar noch, aber ich merke doch, dass ich meist nur noch genervt bin. Für all das kann „Schicksalsbringer“ natürlich nichts, dementsprechend werde ich das auch berücksichtigen.

Der Plot fängt sehr vielversprechend an, hat mich aber genauso schnell verloren wie zuvor eingefangen. Der Prolog ist ein wundervoller Einstieg und auch das erste Kennenlernen mit Kiera ist schlichtweg gelungen. Allein die herrliche Ironie, mit der Kiera all die Stereotypen aufs Korn nimmt, die ihr später zum Verhängnis werden…herrlich! Dann folgt der Auftritt Codys – und ich war raus. Die schicksalhaften Zwillinge werden ja schon im Klappentext angekündigt, aber dann auch noch ein bester Freund, der sowieso nur Mittel zum Zweck sein wird und eh nicht das Mädchen kriegt…nein, nein, nein.

Das weitere Geschehen verfolgte ich dann mit einer gewissen Distanz über einen längeren Zeitraum. Ich besuchte mit Kiera die immer gleichen Schauplätze, fühlte mich wie bei „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und fragte mich, wo sich der Fantasy-Aspekt versteckt hält. Nach all der Monotonie riss mich der actionreiche Showdown geradezu aus der Lethargie und dann ging alles so schnell, dass ich das Buch schlussendlich ganz verdattert schloss. Was war denn da passiert?

Wie bereits erwähnt, entspreche ich nicht der Zielgruppe und bin mir dessen vollauf bewusst. Ich verstehe, warum hier gewisse Motive und Sterotypen verwendet wurden; verstehe, warum die Liebesgeschichte so sein muss; und bin mir sicher, dass die anvisierten, jungen Leserinnen tatsächlich ihre Freude daran haben werden. Zwar finde ich, dass das Alter der Charaktere nicht zur Altersempfehlung passt, aber die Art und Weise, wie diese Geschichte funktioniert, passt auf jeden Fall. Für mich bot „Schicksalsbringer“ allemal mittelmäßige Unterhaltung, trotzdem werde ich auch den zweiten Band lesen, denn der Schluss verspricht eine abenteuerliche Fortsetzung.

Fazit

Stefanie Hasses „Schicksalsbringer“ ist der Auftakt ihres Urban Fantasy Zweiteilers für junge LeserInnen ab 12 Jahren. Hier findet man eine originelle Idee, sympathische Figuren und der gewisse Hauch Mysterium eingezwängt in das straffe Korsett des Jugendbuchs. Die zu Anfang noch sehr kesse und ironische Protagonistin nimmt ebenjene Klischees aufs Korn, die mir den Spaß verdorben haben, was definitiv kein schlechter Ausgleich ist. Letzten Endes habe ich mit der Zielgruppe aber nur noch wenig gemein und hatte dementsprechend nicht halb so viel Freude an der Lektüre wie ich es gerne gehabt hätte – und wie ich es auch von der Autorin gewöhnt bin. So ist „Schicksalsbringer“ vor allem für junge Mädchen ein großer Spaß, für mich allerdings nicht mehr als nette Unterhaltung. Haarscharfe 4/5 Bücher!

Die Autorin

Stefanie Hasse lebt mit ihrem Mann und ihren lesebegeisterten Kindern in Süddeutschland. Wenn sie nicht gerade selbst in fremden Buchwelten versinkt oder darüber bloggt, denkt sie sich phantastisch-romantische Geschichten aus und liebt es, ihre Leser mit unvorhergesehenen Wendungen zu überraschen. Und manchmal hat dabei natürlich auch das Schicksal seine Hände im Spiel.

Die Reihe

Ich bin deine Bestimmung Dilogie

  1. Schicksalsbringer – Fortunas Vermächtnis (#0.5) → Loewe, Jul. 2017
  2. Schicksalsbringer → Loewe, Jul. 2017
  3. Schicksalsjäger → Loewe, Frühjahr 2018

5 Gedanken zu „Ich bin deine Bestimmung 01 – Schicksalsbringer von Stefanie Hasse

  1. Laura von Skyline of Books

    Hi 🙂

    Meine größte „Angst“ vor diesem Buch ist ja, dass ich beürchte, dass die Handlung vorherhsehbar sein könnte. Ich bin daher auch ziemlich unsicher, ob ich das Buch lesen soll oder nicht. Die Meinungen, auf die ich mich immer verlassen kann und die so ungefähr meinem Lesegeschmack entsprechen, sind ähnlich wie deine. Also eigentlich recht gut, aber auch nicht komplett begeistert. Hm…es ist ja nicht so, dass ich plötzlich gar keinen Lesestoff mehr hätte, also werde ich mit dem Buch wohl noch etwas warten 🙂

    Liebe Grüße
    Laura

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    1. Rica Artikelautor

      Und auf meine Meinung kannst Du Dich nicht verlassen? Das bricht mir jetzt aber mein Herz 🙁 😀

      Ich verstehe jedenfalls Deine Bedenken und denke auch, dass es vertretbar ist, es nicht auf die höchste Priorität einzustufen 😉 auch wenn ich Steffi jeden Buchkauf von Herzen gönne. Falls Du aber mal Lust auf so ein richtiges Jugendbuch kriegst, greif unbedingt zu “Schicksalsbringer“!

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  2. Pingback: Schicksalsbringer – Ich bin deine Bestimmung von Stefanie Hasse | Literaturrezensionen

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