Rezension

[Lisa’s Rezension] Hallo Leben, hörst du mich? von Jack Cheng

Hallo Leben, hörst du mich?Der Autor: Jack Chenk
Die Übersetzerin: Bernadette Ott
Originaltitel: See you in the Cosmos, Carl Sagan!
Dt. Titel: Hallo Leben, hörst du mich?
Dt. Erstausgabe: 06.03.2017
Verlag: cbt
Altersempfehlung: 12 Jahre
Genre: Roman
Seitenzahl: 384

Was würdest du tun, wenn du allein mit deiner Mom lebst, die manchmal ihre “ruhigen Tage” hat, und du planst, deinen iPod mit einer selbstgebauten Rakete ins All zu schießen, um den Außerirdischen das menschliche Leben auf der Erde zu erklären? Ganz einfach: Der 11-jährige Alex wagt gemeinsam mit seinem Hund Carl Sagan die große Reise quer durchs Land zu einer Convention von Raketen-Nerds. Dabei lernt er nicht nur die unterschiedlichsten Menschen kennen, sondern erfährt auch eine Menge über Freundschaft, Familie, Liebe und all die anderen Dinge, die das Leben als Mensch so lustig, traurig, wunderschön und überraschend machen. Und zum Schluss ist Alex´ Welt um viele kostbare Freundschaften und sogar eine Schwester reicher.

Meine Meinung

Es gibt diese bestimmten Momente im Leben eines Lesers, bei denen er sprachlos und kopfschüttelnd dasitzt und sich fragt, was zur Hölle ihm gerade eben passiert ist. Die Gedanken wirbeln im Kopf herum, überschlagen sich und können kaum glauben, was da gerade passiert ist. Genau so ein Buch ist „Hallo Leben, hörst du mich?“ von Jack Cheng.

Ich habe das Buch schon vor über einer Woche beendet, allerdings weiß ich seit dem nicht, was ich dazu schreiben soll, weil ich das Gefühl habe, dass ich es nicht beschreiben kann. Dieses Buch ist eigentlich nur eine Geschichte über einen kleinen Jungen mit einem Traum, aber dieser Junge ist einer der tollsten Protagonisten, die mir jemals begegnet sind, und ich wollte ihn oft einfach in die Arme schließen. Jack Cheng hat in dieser Figur so viele wunderbare Eigenschaften vereint: er ist kindlich, klug, liebevoll, verantwortungsbewusst, lustig, neugierig und auch ein wenig einsam. Wenn sich seine Gedanken überschlagen haben, habe ich selbst gemerkt wie ich immer schneller gelesen habe und meine Gedanken genau so geflogen sind. Seine Sicht und sein Verständnis der Welt sind grundlegend so einfach, auch wenn sie in vielen Momenten einfach nicht funktionieren, doch wie oft sind wir selbst an dem Punkt, dass wir wünschen alles wäre so einfach wie es in Kindertagen war? Die Geschichte, die dieser Junge mit sich trägt ist ergreifend, traurig,  und überwältigend, doch er lässt sich nicht unterkriegen und verfolgt sein Ziel bedingungslos. Die Art, wie er zu seiner Mutter steht, ist so herzzerreißend. Ihr müsst es selbst lesen, um es begreifen zu können.

Neben Alex gibt es auch noch weitere tolle Charaktere, wie z.B. Terra, in der sich sicher einige Leser wiedererkennen können. Sie ist sehr mutig, aber auch ein wenig ziellos, doch sie findet ihren Weg und trifft die richtigen Entscheidungen, wenn es darauf ankommt.

Jack Cheng hat seine Charaktere alle so klar gezeichnet, dass man sich ihnen beim Lesen sehr nah und verbunden fühlt. Dabei sind sie alle sehr verschieden, was das Set sehr authentisch macht.

Der Schreibstil ist sicherlich für viele Leser gewöhnungsbedürftig, da wir die Geschichte aus der Sicht des 11-jährigen lesen, doch ich finde genau das macht diese Geschichte unter anderem zu dem was sie ist. Die Perspektive ist genau die richtige und Cheng hätte sie nicht anders wählen sollen. Dabei sind die Gedanken, die der kleine Junge hegt, wirklich für sein Alter angemessen. Oft kennt man es aus anderen Büchern, dass die Figuren sich rein gar nicht ihrem Alter entsprechend verhalten was mich jedes mal enorm stört, doch hier war es keineswegs so. Durch die Gespräche, die Alex mit anderen führt, werden dem Leser jedoch auch einige sehr schöne, leicht poetisch angehauchte Sichtweisen und Textpassagen präsentiert. Viele Textteile habe ich mehrfach gelesen, einfach nur weil mir diese Weltsicht so gut gefiel. Jack Cheng ist genau der Dichter, den Alex sich in so vielen Momenten seiner Reise wünscht, um die passenden Worte für eine Situation zu finden.

Auch wenn ich den Ausgang des Buches schon in gewissem Maße vorhersehen konnte, so war ich trotz allem überrascht und überwältigt, denn es ist schön und traurig zugleich. Es zeigt wie wichtig die Familie ist, der Zusammenhalt mit Menschen, die uns wichtig sind, aber auch die Kraft, die in jedem einzelnen von uns steckt.

Fazit

„Hallo Leben, hörst du mich?“ von Jack Cheng war mein Highlight im April, wird aber definitiv auch auf meiner Liste für die Jahreshighlights auftauchen. Dieses Buch ist so vielseitig und einzigartig, dass ich es jedem nur ans Herz legen kann, denn es ist mehr als nur die geschriebenen Worte. Es birgt so vieles zwischen den Zeilen und wird jedem Leser noch sehr lange im Gedächtnis und vielleicht auch im Herzen bleiben. Selbstverständlich, wie hätte es auch anders sein sollen, vergebe ich 5/5 Büchern.

Lisa's Signature

Der Autor

Jack Cheng wurde in Shanghai geboren und ist in Michigan aufgewachsen. Er lebte neun Jahre in New York, wo er als Werbetexter gearbeitet hat und Mitbegründer einer interaktiven Design-Agentur war. 2014 hat er Brooklyn verlassen und verbrachte einen Winter in Südafrika. Seitdem war er eigentlich mehr oder weniger immer unterwegs. Zurzeit lebt er in Detroit. Nach seinem Belletristikroman These Days ist Hallo Leben, hörst du mich? sein erstes Buch für jüngere Leser.

Originalcover

See You in the Cosmos

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