Elvancor 01 – Das Land jenseits der Zeit von Aileen P. Roberts

© Goldmann

Autorin: Aileen P. Roberts
Dt. Reihentitel: Elvancor Reihe
Dt. Titel: Das Land jenseits der Zeit
Dt. Erstausgabe: 03/2013
Verlag: Goldmann
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 448
ISBN-10: 3442478766
ISBN-13: 978-3-442-47876-7
Preis: 12,99 €

Die 18-jährige Lena hasst das öde Leben in der Provinz. Bis sie sich mit der alten Frau Winter anfreundet, die sie mit ihren fantastischen Geschichten über einen verborgenen Schatz und ein fremdes, magisches Land fasziniert. Lena glaubt ihr jedoch kein Wort. Erst als nach dem Tod der alten Dame seltsame Dinge passieren, kommen ihr Zweifel. Zusammen mit Ragnar, dem attraktiven Enkel der Verstorbenen, macht sich Lena auf die Suche nach dem geheimnisvollen Schatz – und stößt auf ein magisches Land jenseits der Zeit …

Inhalt

Lena muss Sozialstunden im Altenheim abarbeiten und findet so ziemlich alles blöd. Der einzige Lichtblick ist Frau Winter, die, obgleich das ziemlich merkwürdig erscheint, Lena durchaus mit ihren Geschichten über das magische Land Elvancor unterhalten kann. Nach ein paar Wochen allerdings findet Lena sie tot auf und mit ihr ein Amulett, das dem aus ihren Erzählungen verdächtig gleicht. Doch damit hört es nicht auf, denn nur kurze Zeit später steht der attraktive, aber unsympathische Enkel von Frau Winter, Ragnar, vor ihrer Tür und überreicht ihr einen Brief, indem Lena von seiner Oma dazu aufgefordert wird, sich um den Isländer zu kümmern und mit ihm einen Schatz zu suchen, der ihnen den Weg nach Elvancor ebnen soll…

Charaktere

Lena ist eine typisches 18-jähriges, verzogenes Gör. Ihr Leben auf dem Land ödet sie an und sie wünscht sich nichts sehnlicher, als in eine Großstadt zu ziehen und mit ihren Freunden zu feiern. Nach einem verhängnisvollen Autounfall ist sie nicht nur ihren Führerschein, sondern auch ihren Freund los. Ihre Eltern haben ihr eingeschränkten Hausarrest erteilt und der Staat Sozialstunden. Alles in allem kotzt sie einfach alles an und in ihrem Leben ist kein Raum für Toleranz – wer nicht so denkt wie sie, ist lächerlich, doof oder keiner weiteren Beachtung wert. Eine Schatzsuche ist zwar eine willkommene Abwechslung, aber für die freie Natur hat sie nichts übrig und Ragnar ist einfach nicht so süß wie Timo. Doch ahnt sie nicht, dass Ragnar ihr auf seine verschrobene Art mehr als nur die Wunder der Natur zeigen kann…
Ragnar ist ein auf den ersten Blick sehr düsterer junger Mann. Seiner Herkunft aus Island geschuldet ist er sehr naturverbunden und auch alten Mythen und Legen steht er offen gegenüber. Für Außenstehende ist er ein Widerspruch in Person, tritt er doch oft unterkühlt und grob auf, wohingegen er Tieren und seiner Oma gegenüber das Verständnis in Person ist. Für Lena ist sein Verhalten ja schlicht unbegreiflich und sie gibt sich auch keine große Mühe, ihn zu verstehen, dabei gibt es weit mehr zu entdecken als nur seltsame Verhaltensmuster…

Eigene Meinung

Elvancor – Das Land jenseits der Zeit“ von Aileen P. Roberts ist der Auftakt zu einer neuen Dilogie im Fantasybereich, bei der ich absolut keine Ahnung habe, was ich davon halten soll.
Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen, leichtgängig und flüssig. Roberts vermittelt wunderbar Bilder und gibt dem Leser das Gefühl, mitten im Geschehen zu sein. Die Sprache ist jugendlich und an die jeweilige Situation angepasst. Die Geschichte wird im personalen Erzählstil aus Sicht der Protagonistin, Lena, und zeitweise in kurzen Kapiteln von den Antagonisten, erzählt.
Die Charaktere sind leider ziemlich flach ausgefallen. Selten empfand ich eine Protagonistin als derart unsympathisch, dass ich lieber in die Rolle des teilnahmslosen Zuschauers schlüpfte als mich in sie hinein zu versetzen. Alle Figuren fuhren nur eine Schiene und stagnierten in ihren markantesten Charaktereigenschaften. Oma Gisela ist stets verständnisvoll und für alles zu haben, Lenas Eltern dagegen der reinste Horror. Ihr Exfreund ist der reinste Idiot, Maike schwankt zwischen Eifersucht und Freundlichkeit und so weiter und so fort… dementsprechend einfallslos und langweilig waren auch die Dialoge und die meisten Handlungen waren vorhersehbar. Der männliche Gegenpart, Ragnar, ist sympathisch und durch seine mysteriöse Art interessanter als alle anderen Figuren zusammen, leider wurde seine Undurchsichtigkeit übertrieben, so dass am Ende selbst das unglaubwürdig wirkte.
Die Geschichte selbst ist ganz anders als erwartet / erhofft. Anstatt in das betitelte Elvancor zu reisen, dümpelt die Geschichte im hiesigen Kuhdorf vor sich hin, wo man mit blassen Figuren und einer anstrengenden Protagonistin zu kämpfen hat. Jedes bisschen Magie ist so unauffällig, dass es beinahe deplatziert wird. Man kriegt das Gefühl, dass man auch ganz darauf hätte verzichten können. Von Spannung kann kaum die Rede sein und wer sich eine Jugendbuch-typische Lovestory erhofft, kann lange warten. Normalerweise wäre das für mich ein Grund zur Freude, immerhin sind manche Muster völlig ausgelutscht, allerdings ist der Großteil der Handlung so fad, dass das immerhin ein wenig frischen Wind hinein gebracht hätte.
Nun will ich nicht nur meckern, ich hatte durchaus angenehme Lesestunden, aber der Funke ist einfach nicht übergesprungen. Dabei ist das nicht meine erste Lektüre der Autorin und „Thondras Kinder“ konnten mich damals durchaus überzeugen, so hoffe ich also auf die Fortsetzung.
Das Cover ist ansprechend, auch wenn es falsche Hoffnungen weckt und ein wenig „grobkörnig“ wird.

Fazit

Aileen P. Roberts „Elvancor – Das Land jenseits der Zeit“ ist eine nette Geschichte, die sich leicht lesen lässt. Leider erfüllt sie keinerlei Erwartung, die das Cover, der Titel oder der Klappentext wecken. Der Schreibstil ist sehr angenehm, die Charaktere flach und die Protagonistin unsympathisch. Die Geschichte selbst birgt viel Potential, das hoffentlich in der Fortsetzung ausgeschöpft wird. Somit kann ich nur eine bedingte Leseempfehlung geben, aber jeder sollte sich im Klaren sein, dass man Elvancor selbst erst im Folgeband kennenlernt. Für mich eine mittelmäßige Leistung, die ich mit 3/5 Büchern bewerte.

Die Autorin

© Isabelle Grubert
Aileen P. Roberts ist das Pseudonym der Autorin Claudia Lössl. Ihre
Begeisterung für das Schreiben entdeckte sie vor einigen Jahren durch
ihren Mann. Als dieser mit der Arbeit an einem Buch begann, beschloss
sie, sich ebenfalls als Schriftstellerin zu versuchen. Seither hat sie
bereits mehrere Romane im Eigenverlag veröffentlicht, 2009 erschien mit
„Thondras Kinder“ ihr erstes großes Werk bei Goldmann, danach folgten
„Weltennebel“ und „Feenturm“. Claudia Lössl lebt mit ihrem Mann in
Süddeutschland.

Mehr Informationen unter www.aileen-p-roberts.de

Die Reihe

Elvancor Dilogie
  1. Das Land jenseits der Zeit
  2. Das Reich der Schatten 

Mein Dank geht an…

…den Goldmann Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

2 Gedanken zu „Elvancor 01 – Das Land jenseits der Zeit von Aileen P. Roberts

  1. Bellchen

    Wie schade … das Buch steht auch schon auf meiner Wunschliste und ich hatte wirklich mehr davon erwartet. ):
    Nach deiner Rezension wird es wohl auch noch ein wenig länger dort bleiben …
    Liebe Grüße, Isa ♥

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *