Drachenreiter von Cornelia Funke

DrachenreiterDie Autorin: Cornelia Funke
Dt. Titel: Drachenreiter
Band: 1/2
Dt. Erstausgabe: 01.02.1997
Verlag: Dressler
Altersempfehlung: 10 – 12 Jahre
Genre: Kinder- und Jugendbuch
Seitenzahl: 448

Eine abenteuerliche Reise liegt vor Lung, dem silbernen Drachen, und seinen Begleitern, dem Koboldmädchen Schwefelfell und dem Waisenjungen Ben. Sie sind auf der Suche nach einem sicheren Ort für Lungs Artgenossen, für die es in der Menschenwelt keinen Platz mehr zu geben scheint. Lung setzt seine ganze Hoffnung auf den sagenumwobenen „Saum des Himmels“. Dort, irgendwo zwischen den Gipfeln des Himalaya versteckt, soll die ursprüngliche Heimat der Drachen liegen. Noch ahnen die drei jedoch nicht, dass es etwas viel Bedrohlicheres als die Menschen gibt – Nesselbrand den Goldenen, das gefährlichste Drachen jagende Ungeheuer, das die Welt je gesehen hat. Und er ist ihnen auch schon auf der Spur.

Meine Meinung

Drachenreiter“ von Cornelia Funke gehört zu den Klassikern der deutschen Kinderbuchliteratur. 19 Jahre später erschien nun mit „Die Feder eines Greifs“ die langersehnte Fortsetzung und für mich wurde es nun höchste Zeit, dieses als Kind verpasste Lesevergnügen nachzuholen.

Diese Neuauflage, deren Cover mir tatsächlich weitaus mehr zusagt als das Ursprüngliche, konnte mich gleich mit den kleinen, feinen Illustrationen bezaubern, die Cornelia Funke selbst gestaltet hat. Diese sind wirklich ausgesprochen schön gestaltet und fangen perfekt das ein, was die Worte beschreiben.

Doch sind es nicht sowieso jene Worte, die uns immer wieder aufs Neue in ihren Bann ziehen? Nicht umsonst ist Cornelia Funke eine der erfolgreichsten deutschen Autorinnen, weltweit bekannt dank und für ihre(r) schier unendlichen Phantasie. Ich selbst kannte bislang nur „Tintenherz„, was mich tatsächlich erst beim zweiten Lesen begeistern konnte und zwar erst dann als ich selbst kein Kind mehr war.

Vielleicht war es also gut, dass ich „Drachenreiter“ erst jetzt gelesen habe, obwohl ich schon zugeben muss, dass ich mir mehr als einmal dachte, dass mich diese wunderschöne Geschichte als Kind bestimmt bereichert hätte. Meine potenziellen Kinder werden da jedenfalls nicht drumrum kommen!

Nun ist es wohl mehr als offensichtlich, dass ich die Abenteuer von Ben, Lung und Schwefelfell sehr genossen habe. Cornelia Funke entführt uns in eine Welt, unserer nicht unähnlich, die mit jeder Seite mehr Magie offenbart. Trotz des „Unrealismus“ eines Fantasyromans führt die Autorin die Logik nicht ad absurdum. Besser gesagt: im Gegensatz zu vielen anderen Kinderbücher verkauft die Autorin ihre jungen Leser nicht für dumm. Es gibt Regeln, an die sich sogar Drachen, Kobolde & Co. zu halten haben und die Naturgewalten können ihnen ebenso einen Strich durch die Rechnung machen, wie es bei Menschen auch der Fall wäre.

Von den Gesetzmäßigkeiten oder des Spannungsniveaus abgesehen, sind es vor allem die hier vermittelten Werte, deretwegen „Drachenreiter“ nicht nur unterhaltsam, sondern auch wertvoll ist. Dies machen gerade der hiesige Bösewicht und seine Schergen deutlich, die das Beste aus unseren „Guten“ herausholen und ebenfalls einen Spiegel vorgehalten bekommen. Der Waisenjunge bringt selbstverständlich das Thema Familie auf und Freundschaft wird sowieso groß geschrieben.

Fazit

Cornelia Funkes „Drachenreiter“ zählt nicht umsonst zu den Klassikern der Kinderbuchliteratur. Es ist ein liebevoll gestaltetes Abenteuer, mit viel Herz erzählt, das Klein und Groß zu verzaubern vermag. Die Phantasie und der Ideenreichtum der Autorin sind beeindruckend und die Geschichte hat auch 20 Jahre später nichts von ihrer Relevanz eingebüßt. Schade, dass ich es nicht schon als Kind gelesen habe – ich hätte es geliebt! 5/5 Bücher!

Die Autorin

Cornelia Funke zählt mit weltweit über 26 Millionen verkauften Büchern zu den international erfolgreichsten und bekanntesten deutschen Kinderbuchautoren. Sie steht seit Jahren auf der Liste der beliebtesten AutorInnen, die der Börsenverein des Deutschen Buchhandels jedes Jahr im Rahmen des Vorlesewettbewerbs unter Schülern ermittelt. Das US-Magazin „Time“ wählte sie zu einem der 100 einflussreichsten Menschen des Jahres 2005, das ZDF kürte sie 2007 zu einer der 50 „Besten Deutschen Frauen“. Für ihre Bücher wurde sie mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland, dem Jacob-Grimm-Preis Deutsche Sprache, zuletzt 2015 mit dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis und dem Bayerischen Buchpreis. Cornelia Funke hat über 50 Bücher geschrieben, die in 50 Sprachen übersetzt sind. Zu ihren bekanntesten Werken gehören die phantastischen Romane Drachenreiter, Herr der Diebe, die Tintenherz-Trilogie und ihre Reckless-Reihe.

Die Reihe

Drachenreiter-Dilogie

  1. Drachenreiter → Dressler, Feb. 1997
  2. Die Feder eines Greifs → Dressler, Sep. 2016

2 Gedanken zu „Drachenreiter von Cornelia Funke

  1. Drachenleben

    Hallo Rica,

    ich kenne Cornelia Funke schon von ein paar Werken und auch dieses hier steht noch auf meiner Wunschliste. Allerdings war ich mir nicht so sicher, ob es wirklich noch Erwachsene ansprechen kann. Diese Zweifel hast du mir nun definitiv genommen.

    Drachige Grüße
    Noctana

    Antworten
    1. Rica Artikelautor

      Liebe Noctana, Deine Bedenken kann ich verstehen, aber „Drachenreiter“ macht wirklich in jedem Alter noch Spaß 🙂

      Antworten

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