Die Farben des Blutes 02 – Gläsernes Schwert von Victoria Aveyard

Gläsernes SchwertDie Autorin: Victoria Aveyard
Die Übersetzerin: Birgit Schmitz
Originaltitel: Glass Sword (Red Queen #2)
Dt. Reihentitel: Die Farben des Blutes
Dt. Titel: Gläsernes Schwert
Band: 2/4
Dt. Erstausgabe: 01.07.2016
Verlag: CARLSEN
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Genre: Dystopie | Fantasy | Jugendbuch
Hardcover | 21,99 €
eBook | 14,99 €

In letzter Sekunde wurden Mare und Prinz Cal von der Scharlachroten Garde aus der Todesarena gerettet. Die Rebellen hoffen, mit Hilfe der beiden den Kampf gegen die Silber-Herrschaft zu gewinnen. Doch Mare hat eigene Pläne. Gemeinsam mit Cal will sie diejenigen aufspüren, die sind wie sie: Rote mit besonderen Silber-Fähigkeiten. Denn auch der neue König der Silbernen, ihr einstiger Verlobter, hat es auf diese Menschen abgesehen. Aber schnell wird klar, dass er eigentlich nur eins will – und zwar um jeden Preis: Mare.

Meine Meinung

Gläsernes Schwert“ von Victoria Aveyard ist der zweite Band der Die Farben des Blutes Tetralogie, der es mir wirklich nicht leicht gemacht hat.

Gott, was habe ich mich mit diesem Buch gequält. Monatelang habe ich erfolglos versucht, in die Geschichte reinzukommen, allerdings nie auch nur den Hauch einer Verbindung verspürt. So kam es, dass es ein halbes Jahr neben meinem Bett lag. Jeden Monat habe ich es wieder versucht und bin doch jedes Mal gescheitert. Irgendwann habe ich mir sogar das Hörbuch gekauft, in der Hoffnung, so ein wenig Starthilfe zu finden, doch die Sprecherin nervte mich eher und trug dementsprechend wenig zum Erfolg bei. Offensichtlich habe ich mich dann doch irgendwann durchgebissen und finde das Buch insgesamt tatsächlich gut, aber der Einstieg war wirklich die reinste Tortur.

Was zum Großteil schlicht an Mare selbst lag, die mir während der kompletten Handlung unsympathisch war. Dabei hat es mir prinzipiell gut gefallen, dass sie sich so stark verändert, dass dieser Krieg nicht spurlos an ihr vorübergeht. Auch werde ich mich gewiss niemals über eine starke Frauenfigur beschweren, aber ihr geistiger Höhenflug trieb mich schlicht in den Wahnsinn. Wie ein Mensch sich so wichtig nehmen kann, ist mir ein Rätsel. Die kleine Blitzwerferin hält sich für ziemlich unbesiegbar, dabei gibt es so einige Rote wie Silberne, die wesentlich praktischere Fähigkeiten haben als sie. Mit ihrer unsympathischen Art erinnerte sie mich oft an Katniss, nur dass Mare dabei dieses gewisse Etwas, die Bescheidenheit und die Bodenhaftung fehlte, um ihre Ecken und Kanten ein wenig abzuschleifen. Oft habe ich „Gläsernes Schwert“ also nur deshalb zur Seite gelegt, weil ich es selbst nicht ertragen habe, wie sehr ich mir einen Dämpfer für die Protagonistin gewünscht hatte, die ich doch im Grunde anfeuern sollte.

Nichtsdestotrotz hat „Gläsernes Schwert“ auch seine gute Seiten: nämlich einen starken Plot. Die kleine Blase, in der „Die rote Königin“ spielt, zerplatzt mit einem Knall und offenbart uns eine große Welt, die faktisch ins Geschehen miteinbezogen wird. Schlussendlich sind so viele Parteien mit im Spiel, dass alles möglich scheint, was mich hoffen lässt, dass sich zwei weitere Bände auch wirklich lohnen. In diesem Band nimmt sich die Autorin Zeit, uns mit den Neublütern bekannt zu machen, sowie noch intensiver mit der Scharlachroten Garde, die so viel mehr als eine kleine Rebellengruppe ist. Der Umfang des Romans gibt genügend Raum, um auch Mares Mitspieler genauer zu beleuchten, was mir persönlich sehr gut gefallen hat. Wechselnde Perspektiven hätten mir aber sogar noch besser gefallen.

Obwohl dieser zweite Band vor allem dazu dient, Stellung zu beziehen, wird es keinesfalls langweilig. Action gibt es ohne Ende, denn Gefahr lauert überall. Es gibt viele Verluste zu beklagen und schwere Entscheidungen müssen gefällt werden, die eine stark moralische Komponente mit ins Spiel bringen, die dem Ganzen noch ein wenig mehr Tiefe verleiht.

Fazit

Victoria Aveyards „Gläsernes Schwert“ ist eine solide Fortsetzung, zu der ich leider erst sehr spät Zugang fand. Dabei ist der Plot von der ersten Seite an spannend, es passiert so viel mehr als man erwarten würde und die Charaktere durchlaufen eine enorme Entwicklung. Leider wurde mir die Protagonistin stetig unsympathischer, was mich einiges an Lesevergnügen kostete. Es ist ein gutes Buch, das für mich vielleicht nur zur falschen Zeit kam. Knappe 4/5 Bücher!

Die Autorin

Victoria Aveyard studierte Drehbuchschreiben an der University of Southern California. Inzwischen arbeitet sie als freie Autorin und lebt abwechselnd in ihrem Heimatort in Massachusetts und in Los Angeles. Sie hat ein Faible für Geschichte, für Explosionen und für taffe Heldinnen – und schreibt am liebsten Bücher, in denen sie alles drei kombinieren kann. Außerdem liebt sie Roadtrips, Filmegucken in Endlosschleife und das große Rätselraten, wie es bei „A Game of Thrones – Das Lied von Eis und Feuer“ weitergeht.

Die Reihe

Die Farben des Blutes Tetralogie

  1. Der Gesang der Königin | Queen Song (Red Queen #0.1)
  2. Rotes Netz | Steel Scars (Red Queen #0.2)
  3. Die rote Königin | Red Queen (Red Queen #1)
  4. Gläsernes Schwert | Glass Sword (Red Queen #2)
  5. Goldener Käfig | King’s Cage (Red Queen #3) (erscheint im Juni 2017)
  6. –  –  – | –  –  – (Red Queen #4)

Originalcover

Glass Sword

3 Gedanken zu „Die Farben des Blutes 02 – Gläsernes Schwert von Victoria Aveyard

  1. Pingback: Die Farben des Blutes 01 - Die rote Königin von Victoria Aveyard - Die fantastische Bücherwelt

  2. BeaSwissgirl

    Halli hallo

    Echt die Sprecherin hat dich genervt?
    Mir hat die Hörbuchvariante gerade wegen der Sprecherin besser gefallen als das Print, dem hätte ich nämlich 3,5 vergeben dem Hörbuch aber 3,75 😉
    Ich fand den Plot ehrlich gesagt etwas einfallslos….Sie sind auf der Suche nach Neublütern, tappen in eine Falle, können problemlos aus jeder noch so brenzligen Situation entkommen und sind wieder auf der Flucht…….Davon handelt eigentlich mehr als die Hälfte des Buches dazu empfand ich Maires Gedankengänge als würde ich eine Therapie- Sitzung verfolgen…;)

    Liebe Grüsse
    Bea

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    1. Rica Artikelautor

      Ich glaube, ich mag einfach keine Frauen-Stimmen im Ohr 😀 bei Musik mag ich meist allerdings SängerINNEN lieber…seltsam, seltsam. Maires Gedankengänge waren eindeutig die Hölle 😀

      Antworten

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