Rezension

Die Elite 01 – Spark von Vivien Summer

SparkDie Autorin: Vivien Summer
Dt. Reihentitel: Die Elite
Dt. Titel: Spark
Band: 1/4
Dt. Erstausgabe: 02.02.2017
Verlag: Impress
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Genre: Dystopie | Jugendbuch

Kurz vor ihrer Volljährigkeit stellt sich heraus, dass Malia zu den Glücklichen der Gesellschaft gehört – den Menschen, denen eine außerordentliche Gabe zuteilgeworden ist. Von einem Tag auf den anderen zählt sie zur High Society des Landes: der ELITE. Aber für die verschlossene, immerzu unsichtbar bleibende Malia geht damit ein Albtraum in Erfüllung. Nicht nur richten sich plötzlich sämtliche Augen der Nation auf sie, auch muss sie sich als Trägerin eines übernatürlichen Elements ausgerechnet von dem bislang unerreichbaren High Society Boy Christopher Collins ausbilden lassen. Dem Jungen, in den sie seit Jahren heimlich verliebt ist und in dessen Augen das gleiche Feuer lodert wie in ihren…

Meine Meinung

Die Elite – Spark“ von Vivien Summer ist der Auftakt ihrer mindestens vier Teile umfassenden dystopischen Jugendbuchreihe.

Da ich für Dystopien immer zu haben bin, war meine Neugierde für dieses Buch recht schnell geweckt. Einmal angelesen, konnte ich dann auch gar nicht mehr aufhören und hatte das Büchlein innerhalb weniger Stunden gelesen. Das dystopische Szenario haut Vielleser dieses Genres nicht unbedingt aus den Socken, ist aber doch interessant genug, um das Interesse konstant hochzuhalten. Vor allem die Genmanipulation ist ein aufregendes und noch nicht allzu erschöpftes Thema und durch die dadurch entstandene Affinität zu den Elementen gibt es auch gleich noch einen Anreiz für eine ganz andere Zielgruppe: den Fantasy-Lesern.

Vivien Summers Schreibstil liest sich ganz wunderbar, sodass mir die virtuellen Seiten wie Wasser durch die Finger rannen. Ein spannender Prolog, der gleich die Neugierde weckt, und ein bildhafter Stil, der das Kopfkino anregt. So lob ich mir das.

Eigentlich klingt das alles doch ganz wundervoll, nicht wahr? Und ja, es hätte so gut werden können. Gäbe es da nicht Malia, eine der schrecklichsten Protagonistinnen, die mir seit langem begegnet ist. Von Anfang an ging mir ihr stereotypes, schönes Mauerblümchen-Wesen auf die Nerven. Ihre Furcht davor, in die Elite aufzusteigen, war das reinste Mimimi. Nicht, weil ich ihre Beweggründe nicht verstanden hätte, sondern weil ich von Anfang wusste, dass ihr eben genau das passieren würde. Ich wusste also gleich, dass die Hälfte des inneren Monologs aus Gejammer bestehen würde. Sicher, das hätte ich bestimmt noch irgendwie ertragen können…

…doch dann betritt Bad Boy Klischee Chris die Bühne. Meine Güte, was ein Arschloch. Verzeiht mir meine Ausdrucksweise, aber der Typ geht gar nicht. Natürlich hat er eine beeindruckend sentimentale Vergangenheit, die in mir das Bedürfnis wecken sollte, ihn ändern zu wollen…doch halt! Ich bin kein Jugendbuchklischee, sondern ein echtes Mädchen und als solches kann ich mit Arschlöchern nichts anfangen, ganz gleich wie „hot“ sie auch sein mögen.

Und heiß her geht es wirklich, denn zum Einen präsentiert uns die Autorin eine aufkeimende von Missbrauch geprägte Liebesbeziehung bestehend aus einem dominanten, tatsächlich im Rang über ihr stehenden Alphamännchen und einem devoten, schüchternen Omega-Weibchen, dass so armselig ist, dass sie nicht mal die Bezeichnung „Beta“ verdient. Passenderweise können diese beiden Feuer kontrollieren, was wirklich witzig ist, denn es gibt keinen Charakter in der Geschichte der Literatur, der weniger feurig als Malia ist. Doch wenn sie mal ihren perfekten Hintern hochkriegt, dann ist sie natürlich das Wunderkind in Person.

Wenn ich mir vorstelle, dass auch nur ein einziges Teenager-Mädchen dieses Buch liest und sich ein Beispiel an Malia nimmt, möchte ich weinen. Wobei ich die Hoffnung nicht aufgebe, dass die Jugend nicht so beeinflussbar sein kann. Und dennoch: liebe Jugendbuch-Autoren, nehmt Euch doch bitte einmal die Zeit und denkt darüber nach, was Ihr Euren potenziellen oder möglicherweise sogar realen Töchtern raten würdet. Und dann verarbeitet Ihr bitte diese Ratschläge in Euren Büchern und nicht das genaue Gegenteil. Wenn Ihr Eurem Kind aber sowieso raten wollt, dass sie sich wie Dreck behandeln lassen sollen, um einen Kerl abzukriegen, dann…weiß ich auch nicht mehr weiter.

Fazit

Vivien Summers „Spark“ ist der Auftakt ihrer „Die Elite“-Reihe, die eine nette Einsteigerdystopie mit einer nicht uninteressanten Handlung ist. Der Schreibstil ist klasse und dass die Autorin nicht vor tatsächlichen und grauenhaften Kriegshandlungen zurückschreckt, macht das Buch spannend. Tatsächlich habe ich es in einem Rutsch durchgelesen, so gut lief das. Doch nur, solange ich die Protagonisten ignorierte, die nicht nur die schlimmsten aller Klischees bediente, sondern schlicht unerträglich sind. Der Plot an sich ist interessant genug, dass ich auch den nächsten Band lesen werde, doch sollte sich an dieser Horror-Beziehung nichts ändern, war es das dann auch. Schweren Herzens reicht es an dieser Stelle nur für 2/5 Bücher.

Die Autorin

Vivien Summer wurde 1994 in einer Kleinstadt im Süden Niedersachsens geboren. Lange wollte sie mit Büchern nichts am Hut haben, doch schließlich entdeckte auch sie ihre Liebe dafür und verfasste während eines Freiwilligen Sozialen Jahres ihre erste Trilogie. Für die Ausbildung zog sie schließlich nach Hannover, nahm ihre vielen Ideen aber mit und arbeitet nun jede freie Minute daran, ihr Kopfkino zu Papier zu bringen.

Die Reihe

Die Elite Tetralogie

  1. Spark → Impress, Feb. 2017
  2. Fire → Impress, Apr. 2017
  3. Blaze → Impress, Jun. 2017

  1. Dust → Impress, Aug. 2017

Ein Gedanke zu „Die Elite 01 – Spark von Vivien Summer

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