Die Auserwählten 03 – In der Todeszone von James Dashner

In der TodeszoneDer Autor: James Dashner
Die Übersetzerin: Anke Caroline Burger | Katharina Hinderer
Originaltitel: The Death Cure (Maze Runner #3)
Dt. Reihentitel: Die Auserwählten
Dt. Titel: In der Todeszone
Band: 3/5
Dt. Erstausgabe: 24.05.2013
Verlag: Chicken House
Altersempfehlung: 13 – 17 Jahre
Genre: Endzeit | Jugendbuch
Hardcover | 19,99 €
Taschenbuch | 9,99 €
eBook | 9,99 €

Thomas wird sich auf keinen Fall den Kopf aufschneiden lassen! Auch wenn er durch diese Operation sein Gedächtnis zurückbekommen soll. Denn den Wissenschaftlern von ANGST darf man nicht trauen. Nicht nach all den grausamen Prüfungen, die Thomas und seine Freunde durchstehen mussten. Nicht nach all den Versprechen, die gebrochen worden sind. Thomas muss endlich dafür sorgen, dass ANGST ihn nie wieder kontrollieren und manipulieren kann.

Meine Meinung

Die Auserwählten – In der Todeszone“ von James Dashner ist ein spannungsgeladenes Finale, aber zufriedenstellend geht anders.

Der Einstieg gelingt auch dieses Mal wieder völlig problemlos, immerhin knüpft Band 3 ebenfalls genau da an, wo Band 2 aufhört. Ich will ganz ehrlich sein: auch wenn ich schon wissen wollte, wie sich das Ganze im Nachhinein aufklären wird, würde dieses Buch wahrscheinlich noch eine Weile auf meinem SuB verstauben, wenn ich diesen Monat nicht meine Carlsen / Chicken House etc. Bücher abarbeiten wollte. Ich weiß gar nicht, woran genau das liegt, denn an Spannung mangelt es bei dieser Reihe ganz bestimmt nicht.

Der Schreibstil ist gewohnt gut zu lesen, aber einfach gehalten. Die Beschreibungen sind minimalistisch gehalten, die Sprache jugendlich und mit Fantasiebegriffen bestückt. Diese waren aber nur Im Labyrinth verwirrend, mittlerweile gehören sie einfach dazu. Im personalem Erzählstil wird die Geschichte weiterhin aus der Sicht von Thomas erzählt.

Weiterhin werden die Charaktere – teils buchstäblich – für die Spannung geopfert. Diese Trilogie legt einfach keinen Wert auf tiefgründige, plastische Figuren, was aber gar kein Kritikpunkt ist, weil es anders gar nicht passen würde. Von daher ist es ziemlich überraschend, dass er Newt und Minho in diesem letzten Band dann doch noch mehr Aufmerksamkeit schenkt.

Thomas ist unbestreitbar DER Protagonist. Normalerweise bieten die meisten Bücher interessante Sidekicks, Antagonisten oder einfach ausgeklügelte Nebenfiguren, aber in Die Auserwählten gibt es nur eine Person, die immer im Mittelpunkt steht. Er ist nicht nur der Erzähler und das Bindeglied zwischen der Geschichte und dem Leser, er ist der Auserwählte, der Anführer, der Verratene, der Rebell…die Lösung für alles. Damit geht natürlich eine große Verantwortung einher und ob er immer die richtige Entscheidung trifft, muss jeder selbst herausfinden. Mich hat es allerdings tierisch genervt, dass er dieses Mal die Einstellung hatte, alles hinter sich zu lassen. Eine ziemlich blöde Idee, wenn man noch mittendrin steckt, oder?

So kommen wir auch gleich zu meinem größten Knackpunkt: die Geschichte startet quasi damit, dass den Versuchsobjekten alias Die Lichter ihre Erinnerung zurückgegeben werden soll. Dass man nach zwei grausamen Experimenten in Bezug auf die Organisation ANGST paranoid geworden ist, kann man keinem verübeln, weswegen ich auch zuerst verstanden habe, warum Thomas, Newt und Minho eine weitere Operation am Hirn ablehnen. Dass die semi-vertrauenswürdige Brenda dagegen und die Ex-Verräterin Teresa dafür ist, macht die Situation auch nicht klarer. Allerdings brennt man als Leser doch geradezu darauf, dass Thomas endlich sein Gedächtnis zurückerlangt und uns damit erleuchtet, oder? Wie fies ist es also, dass er auch noch seine zweite Chance ablehnt? Und die ganze Zeit davon redet, nur noch nach vorn zu blicken? So leid es mir auch tut, aber für mich war das nur ein billiger Ausweg für den Autor, der uns somit bis zum bitteren Ende (und darüber hinaus) eine solide, in sich schlüssige Erklärung von Allem schuldig bleibt.

Für dieses Buch spricht zweifelsohne die durchweg spannende, atemberaubende Geschichte. Von Anfang an wird wieder ein sehr hohes Tempo angeschlagen, sodass man die knapp 500 Seiten wieder wahnsinnig schnell gelesen hat. Allerdings hatte ich auch hierbei das Gefühl, dass der Autor einfach krampfhaft versucht hat, seine bisherigen Scheußlichkeiten zu übertreffen und dabei leider das Ziel aus den Augen verloren hat. Hinzukommt, dass sich unsere „Helden“ teilweise dümmer angestellt haben als in ihren ersten Tagen auf der Lichtung. Meiner Ansicht nach wären so viele Situationen einfach von vonherein abwendbar gewesen. Das große Finale hat dann vom Unterhaltungswert wieder viel zu bieten, aber sorgte dafür, dass ich mich am Ende nur fragen konnte: wofür das alles?

Fazit

James Dashners „Die Auserwählten – In der Todeszone“ ist ein spannungsgeladenes und unterhaltsames Finale. Leider setzt der Autor auch nur darauf, sodass ich alles andere als zufrieden bin. Für mich fehlte einfach der große Aha-Moment oder meinetwegen auch nur ein deutlicherer roter Faden, – Letzterer ging doch einige Male verloren. Und wenn mich am Ende einer Reihe nach dem Sinn des Ganzen fragen muss, kann ich nicht gerade behaupten, allzu zufrieden zu sein. So reicht es leider trotz des hohen Unterhaltungswertes nur für 3/5 Bücher!

Der Autor

James Dashner wuchs in einer Kleinstadt in Georgia, USA, auf. Der dichte Wald in dieser Gegend lieferte ihm bereits als Kind viele Ideen für seine späteren Geschichten. Nach seinem Studium arbeitete James zunächst in der Wirtschaft. Doch schon bald fühlte er sich als „kreativer Mensch im Körper eines Buchhalters“ gefangen und wandte sich dem Schreiben zu. Seitdem ist er Autor zahlreicher Bücher. Seine Serie „Maze Runner – Die Auserwählten“ eroberte weltweit die Bestsellerlisten und hat sich inzwischen mehr als 20 Millionen Mal verkauft. Die ersten beiden Bände wurden von 20th Century Fox verfilmt, unter anderem mit Dylan O’Brien und Thomas Brodie-Sangster in den Hauptrollen. James Dashner lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern inmitten der Rocky Mountains, behauptet er zumindest. Weitere Informationen unter: www.jamesdashner.com

Die Reihe

Die Auserwählten Trilogie

  1. Im Labyrinth | The Maze Runner (Maze Runner #1)
  2. In der Brandwüste | The Scorch Trials (Maze Runner #2)
  3. In der Todeszone | The Death Cure (Maze Runner #3)
  4. Kill Order | The Kill Order (Maze Runner #4)
  5. Phase Null | The Fever Code (Maze Runner #5)

Bonusmaterial

  • Maze Runner – Die Geheimakten: Alles über die Auserwählten | The Maze Runner Files

Originalcover

The Death Cure

Ein Gedanke zu „Die Auserwählten 03 – In der Todeszone von James Dashner

  1. Bücheraxt

    Mir ging es da ziemlich ähnlich. Natürlich wird sich der Herr Dashner ein paar Lösungen für die beiden Prequels aufgehoben haben, trotzdem hatte ich nicht das Gefühl, als wäre die Geschichte ganz zuende. Etwas mehr Erklärungen wären schön gewesen.

    Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *