Die Auserwählten 01 – Im Labyrinth von James Dashner

Im LabyrinthDer Autor: James Dashner
Die Übersetzerin: Anke Caroline Burger
Originaltitel: The Maze Runner (Maze Runner #1)
Dt. Reihentitel: Die Auserwählten
Dt. Titel: Im Labyrinth
Band: 1/5
Dt. Erstausgabe: 21.03.2011
Verlag: Chicken House
Altersempfehlung: 13 – 17 Jahre
Genre: Endzeit | Jugendbuch
Hardcover | 16,99 €
Taschenbuch | 9,99 €
eBook | 9,99 €

Sein Name ist Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Und er ist an einem bizarren Ort gelandet – einer Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth. Zusammen mit fünfzig Jungen, denen es genauso geht wie ihm, sucht Thomas einen Weg in die Freiheit. Der führt durch das Labyrinth, dessen gewaltige Mauern sich Nacht für Nacht verschieben, und in dem mörderische Kreaturen lauern. Doch gibt es wirklich einen Weg hinaus? Und wer hat sich dieses grauenvolle Szenario ausgedacht? Den Jungen bleibt nicht viel Zeit, um es herauszufinden … Ein tödliches Labyrinth ohne Ausweg – Spannung pur!

Meine Meinung

Die Auserwählten – Im Labyrinth“ von James Dashner ist ein fesselnder Reihenauftakt, der mich nicht so schnell loslassen wird.

Wie so viele andere, habe ich hauptsächlich anlässlich des Films zu dieser Trilogie gegriffen. Auch wenn ich mir damit oft selbst das Filmvergnügen raube, vergleiche ich einfach viel zu gerne ein Buch mit seiner Verfilmung. Doch auch so war es in den letzten Monaten schwer, an diesen Büchern vorbeizukommen. Der Verlag veröffentlichte anlässlich der Film-Premiere nicht nur eine Filmausgabe, sondern auch einen Taschenbuch-Schuber und die gebundenen Ausgaben der Trilogie komplett im neuen Look. Auch der englischsprachige Raum zog mit und veröffentlichte einen neuen Schuber. So griffen erwartungsgemäß viele Leser und/oder Blogger zu den Büchern, sodass man ihnen einfach überall begegnete. Ganz nebenbei ist der Trailer zum Film einfach richtig gut – wie kann man da nicht neugierig werden?

Der Einstieg ist schon richtig gut gewählt. Man wird mitten ins Geschehen geworfen und kriegt sogleich die dichte, furchteinflößende Atmosphäre zu spüren, die den ganzen Roman über anhält. Die Geschichte wird im personalem Erzählstil aus der Sicht von Thomas erzählt. Die Distanz, die der Autor damit ganz bewusst erschafft, kommt allerdings erst später zum Tragen. Ganz zu Anfang ist man nämlich noch auf einer Wellenlänge mit Thomas, vor allem die Unwissenheit betreffend. Durch sehr kurze Kapitel wird ein enormes Erzähltempo angeschlagen, was noch dadurch verstärkt wird, dass jedes Einzelne mit einem Mini-Cliffhanger endet. Der Autor hat einen sehr prägnanten Schreibstil, der sich durch seine ebenfalls kurzen Sätze auszeichnet. Er kommt immer direkt auf den Punkt, ausschweifende Beschreibungen gibt es nicht.

Die Charaktere sind ihm gut gelungen. Es gibt genügend Sympathieträger, aber auch richtige Kotzbrocken. Allerdings fallen Erstere nicht unbedingt auf den ersten Blick in ihre Kategorie. Da Dashner sich auch bei Charaktervorstellungen eher kurz fasst, muss man diese auf die altmodische Art „kennenlernen“.

Thomas ist ein richtig guter Protagonist. Er ist das perfekte Bindeglied zwischen dieser abstrakten Welt und dem Leser. Teilt man sich zu Anfang noch die Verwirrung mit ihm, entpuppt er sich schnell als ganz eigenes Mysterium. Er mag zwar genauso starten, wie all die anderen Lichter, aber schon nach kurzer Zeilt ist klar, dass er mehr weiß. Zumindest wir Leser erkennen zumindest, dass sein „Wissen“ mehr als Intuition oder Déjà-vû zu verzeichnen ist. Was ihn darüber hinaus zu so einem passendem Helden macht, ist sein Ehrgeiz, seine Neugierde und sein Kampfeswille. Er empfindet durchaus Angst, lässt sich dadurch aber nicht lähmen. Für ihn ist von Anfang an klar, dass es einen Weg aus dem Labyrinth geben muss und dass er derjenige ist, der ihn findet.

Die Geschichte ist einfach nur krass. Vor allem als Jugendbuch ist es für mich doch oft ziemlich hart an der Grenze. Dashner hat eine faszinierende, aber schreckliche Welt geschaffen. Tatsächlich ist die Kulisse schon die halbe Miete, denn die alleine sorgt für einen anhaltenden Wow-Effekt. Der Autor hat einfach alles Schreckliche, Bedrohliche, das aus dem Labyrinth-Motiv rauszuholen war, in seinem Setting verarbeitet und das sorgt schon das ein oder andere Mal für Gänsehaut. Hinzu kommt eine schockierende Brutalität, die mich mehr betrübt als entsetzt hat. Irgendwann taten mir die Kinder nur noch leid.

Trotzdem – oder gerade deswegen – ist es einfach ein unheimlich fesselnder Roman mit einem sehr hohen Unterhaltungsfaktor. Der Autor erfindet gewiss das Rad nicht neu, aber alles wirkt ausgesprochen originell. Viele überraschende Wendungen heizen die Leselust an und ein Rätsel jagt das Nächste.

Überraschenderweise ist „The Maze Runner“ dennoch kein Buch, das mich die Nacht durchlesen ließ. Keine Frage, es ist schnell gelesen und wahnsinnig spannend, aber dieser bestimmte Funke fehlt. Das liegt bestimmt an der gewählten Distanz und der Tatsache, dass Dashner sich im Zweifelsfall eher für physische Qualen als den gängigen Psychoterror setzt.

Fazit

James Dashners „Die Auserwählten – Im Labyrinth“ ist ein guter Reihenauftakt, der aber bestimmt Nichts für Jedermann ist. Der Roman bietet solide Charaktere, ein grandioses Setting und eine spannende Geschichte. Kurze Sätze und Kapitel suggerieren ein hohes Erzähltempo, das viele Leser dazu anspornen wird, doch immer noch ein paar Seiten mehr zu lesen – trotzdem ist es kein typisches Nächte-Durchlesen-Buch. Das hohe Maß an Brutalität hat bestimmt in gewisser Hinsicht seinen Reiz, aber für en Jugendbuch ist doch oft hart an der Grenze war. Gute 4/5 Bücher!

Der Autor

James Dashner wuchs in einer Kleinstadt in Georgia, USA, auf. Der dichte Wald in dieser Gegend lieferte ihm bereits als Kind viele Ideen für seine späteren Geschichten. Nach seinem Studium arbeitete James zunächst in der Wirtschaft. Doch schon bald fühlte er sich als „kreativer Mensch im Körper eines Buchhalters“ gefangen und wandte sich dem Schreiben zu. Seitdem ist er Autor zahlreicher Bücher. Seine Serie „Maze Runner – Die Auserwählten“ eroberte weltweit die Bestsellerlisten und hat sich inzwischen mehr als 20 Millionen Mal verkauft. Die ersten beiden Bände wurden von 20th Century Fox verfilmt, unter anderem mit Dylan O’Brien und Thomas Brodie-Sangster in den Hauptrollen. James Dashner lebt mit seiner Frau und seinen vier Kindern inmitten der Rocky Mountains, behauptet er zumindest. Weitere Informationen unter: www.jamesdashner.com

Die Reihe

Die Auserwählten Trilogie

  1. Im Labyrinth | The Maze Runner (Maze Runner #1)
  2. In der Brandwüste | The Scorch Trials (Maze Runner #2)
  3. In der Todeszone | The Death Cure (Maze Runner #3)
  4. Kill Order | The Kill Order (Maze Runner #4)
  5. Phase Null | The Fever Code (Maze Runner #5)

Bonusmaterial

  • Maze Runner – Die Geheimakten: Alles über die Auserwählten | The Maze Runner Files

Originalcover

The Maze Runner

6 Gedanken zu „Die Auserwählten 01 – Im Labyrinth von James Dashner

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