Rezension

Der Prinz der Elfen von Holly Black

Der Prinz der ElfenDie Autorin: Holly Black
Die Übersetzerin: Anne Brauner
Originaltitel: The Darkest Part of the Forest
Dt. Titel: Der Prinz der Elfen
Dt. Erstausgabe: 03.04.2017
Verlag: cbt
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Genre: Fantasy | Jugendbuch

Die Geschwister Hazel und Ben leben in dem Ort Fairfold, der an das magische Elfenreich grenzt. Seit Jahrzehnten steht dort, mitten im Wald von Fairfold, ein gläserner Sarg, in dem ein Elfenprinz schläft – von Touristen begafft und von der Bevölkerung argwöhnisch beäugt, auch wenn Hazel und Ben die alten Geschichten nicht glauben. Seit Kindertagen fühlen sie sich zu dem schlafenden Jungen magisch hingezogen, ihm vertrauen sie alle ihre Geheimnisse an. Inzwischen ist Hazel 16 und küsst immer neue Jungs, um die Leere in ihrem Herzen zu füllen. Doch als eines Tages der Sarg leer ist und der Prinz erwacht, werden die Geschwister in einen Machtkampf der Elfen gezogen. Hazel muss die Rolle annehmen, in die sie sich als Kind immer geträumt hat: als Ritter gegen ein dunkles Monster kämpfen …

Meine Meinung

Der Prinz der Elfen“ von Holly Black ist ein sehr spezieller Urban Fantasy Roman, der aus der Masse hervorsticht und gewiss nicht Jedermanns Geschmack treffen wird.

Auch ich hatte meine Zweifel, doch die habe ich eigentlich immer, sobald das schöne Volk oder (wie hier) das kleine Volk oder (für alle verständlich) Elfen ins Spiel kommen. Es gibt sie in verschiedensten Varianten, oft romantisiert, meist jedoch ihrem Ursprung entsprechend grausam, böse, schaurig. Es ranken sich unzählige Legenden um dieses Volk, die Art der Erzählung gleicht meist einem Rausch. Und so driften häufig auch modernen Geschichten in Sphären ab, in denen wir Leser gerne mal verloren gehen. Selten kann ich damit etwas anfangen, aber WENN, dann LIEBE ich es.

So auch bei „Der Prinz der Elfen“, auch wenn die Begeisterung, die ich am Ende empfunden habe, am Anfang nie erwartet hätte. Holly Black bleibt diesem speziellen Völkchen durchweg treu, so ist ihr Stil schon ebenso ambivalent wie der Charakter dieser Wesen. Zuweilen malerisch, ebenso abrupt auch mal kühl und schlicht – so erzählt sie die Geschichte von Hazel, ihrem Bruder Ben, dem gemeinsamen besten Freund Jack und natürlich dem kleinen Volk, das in weitestgehender Harmonie mit dem kleinen Städtchen Fairfold lebt. So werden die Einwohner nur geärgert, dafür müssen die Touristen eben dran glauben. Vieles davon erfährt man über Rückblenden oder kurzen Anekdoten, an die sich die Figuren erinnern. Generell hat die gesamte Geschichte etwas von einem Märchen.

Ich könnte mir vorstellen, dass „Der Prinz der Elfen“ ein wunderbares Hörbuch abgibt, denn die Geschichte ist schlicht mehr erzählt als andere Bücher. Was ich damit meine, ist, dass man als Leser auf Abstand gehalten wird, man ist nicht Teil der Geschichte. Stattdessen kriegt man die Geschichte eben ERZÄHLT. Macht das Sinn?

Diese besondere Erzählform, der verworrene Aufbau, die Distanz zu den Figuren…als das ist befremdlich, ja, und gewiss auch für viele ein Kritikpunkt, aber für mich war es perfekt. Das Buch ist auf die beste Weise skurril, geradezu erfrischend! Und trotz der in Märchenmanier eingehaltenen Distanz kamen auch all die Emotionen bei mir an. Einfach schön.

Fazit

Holly Blacks „Der Prinz der Elfen“ ist ein ganz besonderes Buch, das mir unheimlich gut gefallen hat. Es sticht aus der Masse hervor, ist ganz anders als erwartet und trifft gewiss nicht den Jedermanns Geschmack – doch wenn, dann schlägt es ein wie eine Bombe. Für mich ist es eines der besten Bücher über Elfen – und ich habe wahrlich schon so einige gelesen! -, trotzdem sind auch mir die Reibungsflächen aufgefallen. Greift am besten zur Leseprobe und probiert es aus – es lohnt sich! 5/5 Bücher!

Die Autorin

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© Sharona Jacobs

Holly Black wurde in einem baufälligen viktorianischen Haus geboren. Ihre Mutter gab ihr die vielen Bücher über Geister und Feen, die bis heute Hollys Sicht auf die Welt prägen. Nach einer glücklichen Kindheit, in der sie mit ihrer Schwester imaginäre Zaubertränke braute, kam sie in die Teenagerphase – inklusive Dungeons & Dragons, Punkrock, Jungs und der ungesunden Angewohnheit, bis spät in die Nacht zu lesen. In dieser Zeit schrieb Holly viele Gedichte, Bühnenstücke und ein miserables Buch namens „Knights of the Silver Sun“. Außerdem lernte sie den Maler Theo Black kennen und ging zusammen mit ihm auf ein College in Philadelphia. Nach ihrem Abschluss arbeitete Holly in New York, unter anderem für das unabhängige Spielemagazin d8, wo sie auch Tony DiTerlizzi traf.

Seit Sommer 2003 schreiben und gestalten Holly und Tony die Spiderwick-Chroniken und bekommen seither begeisterte Kritiken. Die Spiderwick-Chroniken sind bislang in 27 Sprachen übersetzt worden. Holly Black lebt zusammen mit ihrem Mann Theo in New Jersey. Sie sammelt leidenschaftlich gerne alte Bücher über Volkskunde, gruselige Puppen und verrückte Hüte.

Originalcover

The Darkest Part of the Forest

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