Rezension

Der magische Faden von Tom Llewellyn

Der Autor: Tom Llewellyn
Die Übersetzerin: Ilse Layer
Die Illustratorin: Nina Dulleck
Dt. Titel: Der magische Faden *
Dt. Erstausgabe: 20.07.2017
Verlag: Thienemann
Altersempfehlung: 10 – 12 Jahre
Genre: Kinderbuch | Urban Fantasy

Markus erhält eines Tages ein Paket mit einem seltsam aussehenden Wollknäuel. Wie unheimlich der schwarze Faden aussieht! Als Markus ihn vorsichtig berührt, bekommt er einen elektrischen Schlag. Doch damit nicht genug: Der Faden bewegt sich und schlängelt sich quer durchs Haus, immer weiter, bis zum Dachboden. Dort stoßen Markus und seine Geschwister auf einen Karton mit alten Briefen ihres Vaters. Fünf Jahre ist es her, seit er in Griechenland spurlos verschwunden ist. Immer tiefer tauchen Markus und seine Geschwister in die griechische Mythologie ein, um ihren Vater wiederzufinden. Die Spur führt direkt zum Labyrinth des Minotaurus …

Meine Meinung

Der magische Faden“ von Tom Llewellyn, illustriert von Nina Dulleck, erzählt die Geschichte der Familie Blevin, die eines Tages ein Paket des lange verschollenen Vaters vor der Haustür vorfinden. Daraufhin entspinnt sich eine phantastische Geschichte, angelehnt an den Mythos um Theseus und den Minotaurus, empfohlen zwischen 10 und 12 Jahren.

Dabei entspinnt sich nicht nur ein eigenes kleines Mini-Epos, stattdessen nimmt Tom Llewellyn uns Leser an die Hand und erklärt uns auf spielerische Weise, was es genau mit dem Labyrinth und natürlich dem Faden auf sich hat. Selbst vor wissenschaftlichen Themen schreckt der Autor nicht zurück und verpackt das Ganze dabei sogar noch in eine richtig gute Portion Humor. Schon nach wenigen Seiten hatte er mir den ersten Lacher entlockt und so konnte ich nicht länger an mich halten und verschlang das kleine Büchlein in einem Rutsch.

Der Plot ist kurios, verbindet dieser doch Abenteuer, Mythos, Mystery und Detektivgeschichte. Allerdings ist es eine Mischung, die funktioniert – und das nicht nur für das Zielpublikum. Auch ich war schnell fasziniert und fieberte der Auflösung entgegen, die ich mir zwar so ähnlich erhofft, aber in der Art nicht erwartet hatte. Dabei wird beim Lesen eigentlich recht schnell deutlich, dass „Der magische Faden“ nicht nur ein lustiger Abenteuerroman ist, sondern eine Geschichte über Verlust und Akzeptanz. Familienwerte werden hier ganz unterschwellig vermittelt, zusammen mit einigen Lebensweisheiten, die ausnahmsweise ganz ohne den mahnenden Unterton auskommen.

Dank der vielfältigen Figurenpalette ist auch für jeden Leser, ob nun jung oder alt, eine Identifikationsfigur dabei. Eben gerade weil sie allesamt mehr als ein wenig schrullig sind. Da hätten wir Markus, der seeehr nah am Wasser gebaut ist; sein Bruder Lukas, der ein sehr wütender Haudegen ist oder seine Schwester Jannie, die bezaubernd intelligent, aber ebenso stumm ist. Auch neue Freunde, seltsame Nachbarn und ein ominöser Mann im Baum spielen eine Rolle und zauberten mir ein ums andere Mal ein Lächeln ins Gesicht. Sie alle vereint ein vorangegangener Verlust und die Suche nach etwas. Was, das wissen sie allerdings selbst nicht immer.

Fazit

Tom Llewellyns „Der magische Faden“ ist eines der besten Kinderbücher, das ich in den letzten Jahren lesen durfte. Es ist ein phantastisch-mystischer Detektivroman, der mit viel Humor und dem ein oder anderen Gänsehautmoment zu überzeugen weiß. Der hier zugrunde liegende Mythos wird nicht nur gekonnt in die Geschichte eingebunden, sondern gleichzeitig spielerisch erklärt, ebenso wie manch wissenschaftliches Wissen, mit dem man so gar nicht gerechnet hätte. Einmal angefangen, konnte selbst ich es nicht mehr aus der Hand legen. 5/5 Bücher!

Der Autor

© Deb Llewellyn, 2011

© Deb Llewellyn, 2011

Tom Llewellyn war als Fachjournalist und Texter tätig und ist Mitbegründer des Guerilla-Kunst-Projekts „Beautiful Angle“. Ebenso hat er „Rotator“ miterfunden, ein vierteljährliches Magazin über Kunst, Musik und Design. Tom lebt mit seiner Frau und vier wilden Kindern in einem viktorianischen Haus in Tacoma, Washington.


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