Der Herr der Drachen von Lara Morgan

© Blanvalet

Autor(in): Lara Morgan
Originaltitel: Awakening (The Twins of Saranthium #1)
Titel: Der Herr der Drachen
Dt. Erstausgabe: 02/2011
Verlag: Blanvalet
Format: Klappbroschur
Seitenzahl: 510
ISBN-10: 3442267722
ISBN-13: 978-3-442-26772-9
Preis: 8,99 €

Kaufen könnt Ihr das Buch gleich hier

Alle Informationen vom Verlag gibt es hier.

Es ist Shaans größte Hoffnung, eine Drachenreiterin zu werden und ihr
Volk zu beschützen. Und die größte Hoffnung der Menschen ruht auf Shaan.
Doch in ihren Träumen wird sie von den Bildern einer brennenden Stadt
heimgesucht – und von einer Stimme, die in einer uralten Sprache, der
Sprache der Drachen, zu ihr spricht. Denn Azoth, der finstere Herr der
Drachen, ist erwacht und will seine Tyrannei über die Welt erneuern. Nur
der junge Barbarenkrieger Tallis könnte Shaan in ihrem einsamen Kampf
beistehen – denn auch er hat Macht über die Drachen …


Inhalt

Shaan lebt
in Salmut, einer Stadt die von Drachenreitern und Glaubenstreuen regiert wird.
Als Waise schlug sie sich eine Zeit lang mit Räuberbanden herum, bis sie Schutz
in einem Freudenhaus fand. Dort arbeitet sie für Kost und Logis als Kellnerin,
aber ihr Geld verdient sie in der Anlage der Drachen. Ihr Traum ist es, eines
Tages selbst eine Reiterin zu werden, aber die Drachen werden unruhig und im
ganzen Reich kommt es zu Konflikten – der gefallene Gott, Azoth, scheint einen
Weg aus dem Schattenreich gefunden zu haben und bedroht die Welt. Shaan selbst
scheint eine seltsame Verbindung zu ihm zu haben, aber das kann doch gar nicht
sein, oder?
Derweil hat
der junge Clansmann, Tallis, seine eigenen Probleme. Abgeschottet von der
Außenwelt kriegen die Wüstenmenschen nichts mit von der drohenden Gefahr. Doch
sie bleiben keineswegs verschont – wilde Drachen terrorisieren sie, aber aus
irgendwelchen Gründen vermag Tallis sie zu kontrollieren. Aus Furcht vor dem
Unbekannten wird er verstoßen und seine Wege kreuzen Shaans. Sind die beiden
Hoffnung oder Verderben für die Welt?

Charaktere

Shaan hatte
es nicht leicht. Als Waise verbrachte sie den Großteil ihrer Kindheit mit
Dieben und Verbrechern bis sie Zuflucht in einem Freudenhaus fand. Sie wandte
sich von ihrer Vergangenheit ab und arbeitet sehr hart für ihren
Lebensunterhalt. Ihr Traum, selbst eine Drachenreiterin zu werden, gibt ihr die
Kraft, die harte Arbeit in der Anlage zu bewältigen. Sie ist eigensinnig und
stur, aber daher hält sie auch jedes Versprechen, wenn möglich, ein. Für die
Menschen, die ihr etwas bedeuten, würde sie alles tun und sie lässt nicht zu,
dass ihnen auch nur ein Haar gekrümmt wird.
Tallis ist
ein Clansmann und liebt das Land und seine Kultur. Dadurch dass seine Mutter
aber nicht zum Jalwalah Clan gehört, fühlte er sich immer wie ein Außenseiter –
sein Blut war nicht „rein“. Gleichzeitig zog es ihn immer nach Westen, was er
selbst nicht verstanden hat. Nach dem Angriff der Drachen traut er sich selbst
nicht mehr, nach und nach bricht seine Welt zusammen und man gibt ihm das
Gefühl, Schuld an allem zu sein. Nach einer kurzen Zeit des Zweifels entdeckt
er aber ein tiefes Vertrauen in sich, das unglaublich bewundernswert ist. Er
besitzt große Macht und lernt, trotz der Hürden, die ihm im Weg stehen, sie
immerhin im Ansatz zu beherrschen. Er gibt anderen Menschen Kraft und scheut
sich nicht davor, seine Gefühle offen zu zeigen.

Eigene
Meinung

Der Herr
der Drachen von Lara Morgen ist ganz anders als ich erwartet habe. Ich hatte
mir vorgestellt, dass Shaan darum kämpft, eine Drachenreiterin zu werden und es
letztlich auch schafft. Dass sie Tallis vielleicht auf einer Reise trifft, die
beiden sich ineinander verlieben und gemeinsam gegen das Böse kämpfen…tja, es
ist wirklich GANZ anders.
Anders,
aber keinesfalls schlecht. Die Geschichte wird abwechselnd aus Sicht der
verschiedensten Charaktere in der dritten Person erzählt. Durch Morgans
Eigenart, Szenen ziemlich ungenau zu beschreiben, fällt es dem Leser zunächst
schwer, herauszufinden, wessen Perspektive man gerade durchlebt. Vor allem am
Anfang sind die vielen Namen (in teilweise verschiedenen Sprachen!) sehr
verwirrend.
Die
Charaktere sind nicht gerade die klassischen Sympathieträger. Morgan ist ihnen
gegenüber auch nicht unbedingt fair, denn zu 90% lernt man erst die
Schattenseiten der verschiedenen Persönlichkeiten kennen. Natürlich macht es
das Kennenlernen umso interessanter, für Schubladendenker ist es allerdings
nichts.
Die Geschichte
ist definitiv nicht 0-8-15. Man hat absolut keine Ahnung, was als Nächstes
passiert – ich wurde wirklich durchweg überrascht. Da denkt man, man hat
endlich raus bekommen, worauf manche Handlungen hinausführen und schon kommt es
wieder anders. Generell passiert so viel, dass es nicht schnell langweilig
wird, aber für mich persönlich ist es kein Buch, das ich in einem Rutsch
durchlesen könnte.
Gar nicht
gefallen hat mir die Darstellung der Drachen. Ich bevorzuge die etwas
romantische Variant Paolinis, aber man kann ja nicht alles haben. Ich bin mir
auch zum Schluss nicht mehr sicher, ob diese Drachen überhaupt Feuer speien und
ob sie tatsächlich ihre Farben wie ein Chamäleon wechseln können oder nicht.
Ich hatte auch absolut kein Bild im Kopf, denn jede Idee meinerseits wurde
durch Morgans Beschreibungen widerlegt, gleichzeitig bekam ich aber auch nicht
genug Material, um meine Fantasie wieder anzuregen.
Teilweise
wirkt der Roman etwas lang – nicht unbedingt langweilig, aber auch nicht
durchweg fesselnd. Dafür nimmt er im letzten Drittel so an Fahrt zu, dass man
es nicht mehr aus der Hand legen kann und am Liebsten sofort den zweiten Band
lesen würde.

Fazit

Lara
Morgans „Der Herr der Drachen“ ist eine durchwachsene Leistung, die dennoch
Lust auf mehr macht. Der Schreibstil weicht minimal vom Standart ab, die
Charaktere sind weniger sympathisch als interessant und die Drachen waren nicht
mein Fall. Dafür wurde ich durchweg überrascht und dieses Anderssein macht
diesen Roman zu etwas Besonderem. Wer sich darauf einlässt, wird belohnt –
somit vergebe ich gerne noch 4/5 Bücher!

Die Autorin

© Lara Morgan

Lara Morgan ist in Westaustralien aufgewachsen und hat große Teile
Europas ebenso bereist wie die Dschungel Borneos. Sie hat mehrere
künstlerische Projekte geleitet und als Redakteurin gearbeitet. Im Jahr
2004 gewann sie den Kurzgeschichtenwettbewerb von Australian Women’s
Weekly. »Der Herr der Drachen« ist ihr erster Roman. 

Die Reihe 

  1. Der Herr der Drachen / Awakening (The Twins of Saranthium #1)
  2. Der Verrat der Drachen / Betrayal (The Twins of Saranthium #2)
  3. ??? / Redemption (The Twins of Saranthium #3) 

 Mein Dank geht an…

…den Blanvalet Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.

3 Gedanken zu „Der Herr der Drachen von Lara Morgan

  1. Rica

    Es ist definitiv kein Fehlkauf, Misty 🙂 Bin mal auf die Fortsetzung gespannt! Meistens hat man ja erst eine endgültige Reihe, wenn man die komplette Reihe gelesen hat.

    LG

    Antworten
  2. Pingback: Macht mit und lest mehr in 2013! (Die Zweite) - Die fantastische Bücherwelt

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *