Rezension

Dark Wonderland 01 – Herzkönigin von A. G. Howard

HerzköniginDie Autorin: A. G. Howard
Die Übersetzerin: Michaela Link
Originaltitel: Splintered (Splintered #1)
Dt. Reihentitel: Dark Wonderland
Dt. Titel: Herzkönigin
Band: 1/3
Dt. Erstausgabe: 24.11.2014
Verlag: cbt
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Genre: Jugendbuch | Urban Fantasy
Hardcover | 17,99 €
eBook | 13,99 €

Alyssa kann Blumen und Insekten flüstern hören, eine Gabe, die schon ihre Mutter um den Verstand brachte. Denn sie sind die Nachfahrinnen von Alice Liddell – besser bekannt als Alice im Wunderland. Als sich der Zustand ihrer Mutter verschlechtert, kann Alyssa ihr Erbe nicht mehr leugnen, sie muss jenen Fluch brechen, den Alice damals verschuldet hat. Durch einen Riss im Spiegel gelangt sie in das Reich, das so viel finsterer ist, als sie es aus den Büchern kennt, und zieht dabei ihren besten Freund und geheime Liebe Jeb mit sich. Auf der anderen Seite erwartet sie jedoch schon der zwielichtige und verführerische Morpheus, der sie auf ihrer Suche leitet. Aber wem kann sie wirklich trauen?

Meine Meinung

Dark Wonderland – Herzkönigin“ von A. G. Howard ist ein toller Reihenauftakt und eine noch bessere Rezeption.

Der Einstieg ist ausgesprochen geschickt gewählt. Man wird nicht nur mitten ins Geschehen geworfen, sondern kriegt direkt einen Einblick auf das Kuriose, das einer Wonderland-Geschichte einfach innewohnen muss. Ich selbst bin bei der Thematik immer etwas zwiegespalten – zum Einen zieht es mich an, aber gleichzeitig stößt es mich auch ab. Nicht umsonst ist das Wunderland der Inbegriff des Seltsamen. Ob es nun also an einer aufgeschlosseneren Stimmung meinerseits oder dem Können der Autorin lag, dieser Roman hat mich direkt in seinen Bann gezogen.

Was diesen Roman zu so einem Must-Have macht, ist ganz eindeutig die Atmosphäre. Howard hat nicht nur ein Gespür dafür, ihre Geschichte bildhaft darzustellen, sondern haucht dem Ganzen auch noch Leben ein. Wenn man sich fallen lässt, hat man das Gefühl, selbst ins Wunderland – besser gesagt ins Netherland – zu reisen. Die gewählte Ich-Perspektive gibt nicht nur Einblick in die einzigartige Protagonistin, sondern verstärkt noch den Eindruck, selbst ein Teil von allem zu sein. Die Beschreibungen sind genau richtig: nicht zu knapp, aber auch nicht mit zu vielen Details überladen. Das in Kombination mit dem Element der Überraschung kreiert eine fantastische Atmosphäre, die genau das einfängt, was die meisten von diesem Thema erwarten. Es ist in etwa vergleichbar mit der Tim Burton Verfilmung von „Alice im Wunderland“ – wer den Film mochte, wird auch dieses Buch mögen!

Die Charaktere sind durch die Bank gelungen. Natürlich hat nicht jede Figur dasselbe Gewicht, aber jeder Einzelne, der namentlich genannt wird, hatte einen Sinn. So gibt es zum Beispiel nicht, wie in so vielen anderen Jugendbüchern, zig Freundinnen, die nur zeigen sollen, dass die Protagonistin überhaupt Freundinnen hat.

Alyssa hat sowas aber auch gar nicht nötig. Sie ist eine tolle Protagonistin, die fernab jedes Stereotypen anzusiedeln ist. Sie ist eine interessante Mischung aus „Kick-Ass-Heldin“ und „Prinzessin in Nöten“ – zumindest hat sie recht unfreiwillig einen Ritter an ihrer Seite.

Na gut, wenn es einen Charakter gibt, der mich nicht komplett überzeugen konnte, dann ist es wohl Jeb. Ich glaube aber, dass das eher daran liegt, dass ich einfach die schlechte Wahl bevorzuge. Und mal abgesehen von seinen irregeleiteten Fehltritten zu Anfang der Geschichte, ist er einfach die sichere und richtige Variante.

Morpheus ist einfach das perfekte Gegenstück in diesem Szenario. Er ist so wunderbar verquer, dass man sich einfach zu ihm hingezogen fühlen muss, obwohl man ihm wirklich kein Stück trauen kann.

Die Geschichte ist auf der einen Seite genau das, was man sich von einem „Dark Wonderland“ erwartet und auf der anderen Seite so unfassbar überraschend, dass man nur begeistert sein kann. Das ganze Konzept ist in sich so stimmig, dass es tatsächlich keine einzige überflüssige Szene gibt. So ist es nicht nur durchweg unterhaltsam, es kommt auch an keiner Stelle Langeweile auf. Dabei sind die meisten Hürden oft recht schnell überwunden, was letztlich aber gar nicht schlimm ist, weil zum Einen genug weitere Probleme folgen und zum anderen auch wirklich keine erzwungene Spannung nötig war. Zum Inhalt möchte ich gar nicht viel sagen, weil man sich einfach überraschen lassen sollte, aber ihre Interpretation des Altbekannten war ausgesprochen interessant!

Das Cover ist nicht nur ein Traum, sondern passt auch einfach perfekt zum Inhalt. Selten war ich so froh, dass das Originalcover übernommen wurde!

Fazit

A. G. Howards „Dark Wonderland – Die Herzkönigin“ ist ein grandioser Reihenauftakt. Der Autorin ist es nicht nur gelungen, die „Wunderland-Atmosphäre“ einzufangen, sie macht auch noch ihr eigenes Ding draus. Ihre Interpretation des Klassikers ist unterhaltsam, spannend und absolut empfehlenswert. Das Kopfkino war große Klasse, die Charaktere authentisch und interessant und das ganze Konzept einfach in sich schlüssig. Ich habe tatsächlich nichts zu meckern und vergebe dafür sehr sehr gute 5/5 Bücher!

Die Autorin

© Pam Lary Photography

© Pam Lary Photography

A.G. Howard wurde durch ihre Arbeit in einer Schulbibliothek zu „Dark Wonderland“ inspiriert. Sie hatte sich schon immer gefragt, was wohl passiert wäre, wenn die gruselige Stimmung in Alice im Wunderland deutlicher zutage getreten wäre. „Dark Wonderland“ ist ihr Tribut an Lewis Carroll. Wenn A.G. Howard nicht schreibt, liest sie, fährt Rollerblades, gärtnert und macht Urlaub mit ihre Familie – inklusive Ausflügen zu uralten Friedhöfen und von Geistern heimgesuchten alten Schulen, die ihr als weitere Inspiration dienen.

Die Reihe

DARK WONDERLAND TRILOGIE

  1. Herzkönigin | Splintered (Splintered #1) → cbt, Nov. 2014
  2. –  –  – | The Moth in the Mirror (Splintered #1.5) → Amulet Books, Okt. 2013
  3. Herzbube | Unhinged (Splintered #2) → cbt, Nov. 2015

  1. Herzkönig | Ensnared (Splintered #3) → cbt, Nov. 2016
  2. –  –  – | Untamed (Splintered #3.5) → Amulet Books, Dez. 2015

Originalcover

Splintered

11 Gedanken zu „Dark Wonderland 01 – Herzkönigin von A. G. Howard

  1. Binzi

    Super Rezension! 🙂
    Ich hab vor, das Buch heute noch zu beginnen (bzw. eventuell komplett zu lesen) und jetzt hab ich gleich noch mehr Lust darauf. 🙂

    Antworten
  2. Favola

    Hey Rica

    Oh ja, die Atmosphäre hat mir auch sehr gut gefallen, doch bei der Männersache sind wir wohl nicht so einer Meinung 😉 Morpheus war mir ehrlich gesagt nicht wirklich sympathisch. Er war mir zu schleimig und ich mochte es gar nicht, wie er Alyssa beeinflusst. Auch wenn Jeb einfach der nette Junge von nebenan ist, habe ich ihn schnell ins Herz geschlossen.
    Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht.

    lg Favola

    Antworten
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