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[BT: „Witch Hunter“ | Tag 7] Magier und ihre Zaubereien

Bereits eine Woche ist seit dem Start unserer Tour zu Virginia Boeckers „Witch Hunter“, erschienen im Deutschen Taschenbuch Verlag, vergangen. Quasi als Gegenstück zu dem Beitrag Hexen und ihre Hexereien erzähle ich Euch heute etwas über ihr männliches Equivalent.


Magier…

Fun-Fact: Mager oder Magier ist ein Wanderwort altiranischer Herkunft, das spätestens seit dem 4. Jahrhundert v. Chr eine allgemeine Bezeichnung für einen zoroastrischen Priester darstellt. Linguistisch liegt ihm die indogermanische Wurzel *magh- mit der Bedeutung „können, vermögen, helfen“ zugrunde, zu deren Wortfamilie auch „(ver)mögen“, „Macht“ und „Maschine“ gehören. Die Bedeutung des Wortes vor dem 4. Jh. v. Chr. ist nicht ganz geklärt.
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Abgesehen von der alt-iranischen Priesterkaste steht der Begriff Magier vor allem für Zauberer und Zauberkünstler. Wobei es interessant ist, dass sie sowohl im historischen als auch im klassisch literarischem Kontext weniger ein Symbol für Magie als für Wissen sind. In früheren Kulturen unterschied man bei der Wahrnehmung der Umwelt nicht zwischen Profanem und Spirituellem, sondern interpretierte alles magisch, so auch das Wissen. Zauberer waren also ursprünglich Wissenschaftler und Intellektuelle.
Denkt man heutzutage an Magier/Zauberer, werden die meisten wohl automatisch ein Bild von Gandalf, Dumbledore oder Merlin vor Augen haben. Gutmütige, alte und weise Herren mit weißem Rauschebart und einem Stock oder Zauberstab in der Hand. Diese Prägung entstand vorrangig im 20. Jahrhundert, wobei die Figur des Merlin natürlich um einiges älter ist. 
Doch dieser positive Eindruck war lange Zeit nicht selbstverständlich. Schon in der ägyptischen Mythologie gab es eine klare Trennlinie zwischen Zauberei und Religion, aber erst das Christentum verpasste dem Begriff ein solch negatives Stigma. Den meisten Religionen sind Berichte von Wundern und wundertätigen Menschen zu eigen; auch werden alltägliche Geschehnisse wie Glück, Genesung von Krankheiten usw. oft religiös begründet. Beanspruchen Menschen Heilerfolge etc. jedoch für sich, ohne dabei im Namen der herrschenden Religion aufzutreten, werden deren Fähigkeiten in vielen Kulturen nicht als religiös, sondern als etwas anderes, eben Zauberei interpretiert.
In christlich geprägten Kulturen sind Hellseher, Astrologen und Geisterbeschwörer stark verbreitet, was in der Bevölkerung oft nicht als unüberwindlicher Widerspruch empfunden wird. Dennoch wird die Bezeichnung „Zauberer“ in diesem Zusammenhang stets abwertend verwendet, zumal die Bibel Zauberei verbietet (Exodus 22,17 Denn die Zauberer sollst du nicht am Leben lassen.). Der Gott der Bibel beansprucht als Schöpfer alleinige Macht über alles Übernatürliche. Er beruft durch seinen (Heiligen) Geist Menschen mit übernatürlichen Gaben. Alle anderen übernatürlichen Gaben und Fähigkeiten werden abgelehnt. Selbst Naturwissenschaftler mit teilweise christlicher Prägung und Techniker wie Albertus Magnus, Nostradamus oder Gutenberg wurden von ihrer unverständigen Umwelt häufig der Zauberei verdächtigt.
Das hinderte die Bevölkerung, allen voran ihre Herrscher, allerdings nicht daran, sich
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„Magie“ zunutze zu machen. In vielen Kulturen haben sich Machthaber auf Druiden, Medizinmänner und Schamanen gestützt, um ihren Machtanspruch religiös zu festigen. Druiden waren daneben auch als Kundschafter und Berater tätig und ersannen Kriegslisten wie das Einnebeln von Kampfplätzen durch Verbrennung von Eschenholz. Auch nach Christianisierung der ehemals keltischen Gebiete fuhren viele Fürsten zweigleisig, indem sie die Heilkünste, Horoskope und Prophezeiungen der Druiden in Anspruch nahmen. Da die Druiden sehr gelehrt waren, die schönen Künste wie etwa Musik pflegten und im Volk nach wie vor Ansehen genossen, vermittelten sie nunmehr als Barden ihrem jeweiligen Mäzen hohen Status. Selbst Karl der Große hielt sich einen Hofastrologen, obwohl er konform mit der Kirche seinen Untertanen Astrologie verbot. Prominentestes Beispiel für einen Zauberer als politische Integrationsfigur ist Merlin, dessen Mythos im 12. Jahrhundert in der Artussage dazu benutzt wurde, um den Inhaber des walisischen Drachenthrons zu legitimieren und der Nation eine identitätsstiftende Nationalgeschichte zu bieten.

Bis ins 17. Jahrhundert erwarteten Adelige auch von christlichen Wissenschaftlern Zukunftsvorhersagen etwa mittels der an sich unchristlichen Astrologie. In den letzten Jahrhunderten bewegten sich einzelne Zauberer im Dunstkreis der Macht wie Cagliostro, Rasputin und Hanussen. Noch im 20. Jahrhundert versprachen sich Staatslenker westlicher Nationen etwa von Astrologen taktisch verwertbare Informationen.
Mit Beginn der Neuzeit setzte die Hexenverfolgung ein. Nicht zuletzt deshalb sind in den Märchen Hexen und Zauberer meist auf der Seite des Bösen zu finden.

…und ihre Zaubereien

Von Zauberern wurde stets die Erfüllung primärer Bedürfnisse verlangt wie Heilung von Krankheiten, Vorhersage und Beeinflussung des Wetters, Prophezeiungen aller Art und Begünstigung in jeder Lebenslage. Hierzu war oft ein Opfer erforderlich. Neben ihren magischen Fähigkeiten betätigten sich Zauberer aller Kulturen als Ratgeber, Lehrer, Richter, Wissenschaftler und Künstler. Viele Praktiken waren Zauberern vorbehalten, setzten etwa eine abgeschlossene Druidenausbildung voraus, während andere Praktiken wie die Verwendung von Amuletten und ähnlichem auch von Laien durchgeführt werden konnten.
Während praktisch in allen Kulturen magische Beschwörungsformeln praktiziert wurden, spielte bei den Kelten das gesprochene Wort eines Druiden eine besonders gewichtige Rolle. So konnten Druiden auf einem Kampfplatz eine drohende Schlacht durch ein entsprechend autoritäres Wort verbieten. Flüche von Druiden waren eine sehr ernstzunehmende Strafe, und die Verbannung vom gemeinsamen Opfer (analog der Exkommunikation) das Ende der jeweiligen gesellschaftlichen Existenz. Der geheimnisvolle Nimbus der druidischen Verbalmagie rührte auch von dem Umstand her, dass die Druiden keinerlei Schrift verwendeten, es sich also um Geheimwissen handelte.
In der vorchristlichen, heidnisch-germanischen Frühzeit dienten Zaubersprüche dazu, „durch die Macht des gebundenen Wortes die magischen Kräfte, die sich der Mensch dienstbar machen will, nutzbar zu machen“.[1] Die im Mittelalter aufgezeichneten Zaubersprüche stammen zumindest konzeptionell aus antik-römischen, germanischen und von Mönchen und Mönchsärzten aufgetanen Quellen und sind meist christlich geprägt oder beeinflusst. Für diese mittelalterlichen Zaubertexte wurde eine Klassifikation nach formalen, inhaltlichen und funktionalen Kriterien in Beschwörungen und magischen Heilsegen erarbeitet:
a) Befehl an Dämonen 
b) Analogie zwischen Welterschaffung, Wunder, hervorragendem historischen Ereignis und dem Heilungsversprechen für den Kranken
c) einer den Kranken fesselnden Erzählung (Historiola)


In „Witch Hunter“ lernt man u. a. Geisterbeschwörer, Hellseher, Heiler, Hexen und „normale“ Zauberer kennen. Die Vielfalt ihrer Fähigkeiten und Möglichkeiten scheint einzig begrenzt durch die Veranlagung und die angeborene Macht, wobei Letztere bis zu einem gewissen Grad mit dem Altern heranwächst. Zauberei ist nichts, was man einfach so erlernen kann, solange man keinen Zugang zur Magie hat.

Das Gewinnspiel

Diesmal haben wir uns etwas ganz besonderes für Euch ausgedacht.
Kreiere Deinen Zauberbann!
Pro Blog findest Du eine Tarotkarte mit passenden Eigenschaften. Sammele diese und ihre Eigenschaften, um am Ende deinen eigenen Bann auszusprechen.
Dein Bann setzt sich jeweils aus Karte plus einer ihrer Eigenschaften zusammen.
Sende deine Bann nach Ende der Tour an info@buchreisender.de 
Betreff „Witch Hunter Lösung“

Karte: Der Teufel

Eigenschaften: Verheerung, Gewalt, Schicksalhaftigkeit

Die Gewinne:


3x 1 Print Witch Hunter
10x 1 Witch Hunter Poster

Die Teilnahmebedingungen

Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen.
Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
Das Gewinnspiel wird von buchreisender.de organisiert.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Das Gewinnspiel endet am 19.04.2016 um 23:59 Uhr.

Die Tour auf einen Blick


08.04. – Die Protagonisten




12.04. – Hexenverfolgung

13.04. – Magier und ihre Zaubereien

14.04. – Fluchtafeln

15.04. – Kräuterkunde


17.04. – Wahrsagerei 

18.04. – Die Autorin

Quellen

https://de.wikipedia.org/wiki/Zauberer
https://de.wikipedia.org/wiki/Zauberspruch
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Über Rica

Jahrgang '91. Leidenschaftlich Leserin & Bloggerin; Serienjunkie & Puzzle-Fan. Meine Stärken sind Sprachen und Zahlen. Ich hasse den Sommer, dafür liebe ich Regen - und kriege einfach nicht genug von süßen Tierbabys.

2 Gedanken zu „[BT: „Witch Hunter“ | Tag 7] Magier und ihre Zaubereien

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