Rezension

Beware That Girl: Sie weiß alles über dich von Teresa Toten

Die Autorin: Teresa Toten
Die Übersetzerin: Brigitte Jakobeit
Originaltitel: Beware That Girl *
Dt. Titel: Beware That Girl: Sie weiß alles über dich *
Dt. Erstausgabe: 24.08.2017
Verlag: FISCHER Taschenbuch
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Genre: Jugendbuch | Thriller

New York, Upper East Side: Kate O’Brien, eine Meisterin im Lügen und Manipulieren, hat ihre glänzende Zukunft genau geplant: ein Studium in Yale! Die mittellose Stipendiatin einer Eliteschule sucht sich berechnend die superreiche und leicht beeinflussbare Olivia Sumner als Freundin. Obwohl Kate bald bei Olivia einzieht, verschweigt sie ihre dunkle Vergangenheit, auch Olivia verliert kein Wort darüber, warum sie ein Jahr lang wie vom Erdboden verschwunden war. Als der gutaussehende und charmante Mark Redkin auftaucht, spürt Kate instinktiv, dass Mark nicht nur ihre Pläne durchkreuzen kann, sondern gefährlich ist. Dennoch muss sie hilflos zusehen, wie ihre Freundin ihm verfällt. Zwischen Kate, Olivia und Mark entspinnt sich ein abgründiges Katz-und-Maus-Spiel …

Meine Meinung

Beware That Girl: Sie weiß alles über dich“ von Teresa Toten ist ein spannender Thriller für Jugendliche ab 14 Jahren.

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Stipendiatin Kate, das High Society Mädchen Olivia und der Direktor für Förderung und Modernisierung, Mark. Erzählt wird die Geschichte allerdings nur aus Sicht der Mädchen und zwar im personalen Erzählstil. Der Schreibstil an sich ist sehr angenehm und sorgt, in Kombination mit den kurzen Kapiteln, stets für ein sehr zügiges Erzähl- und Lesetempo. Dabei beweist Teresa Toten ein außergewöhnliches Auge fürs Detail und ein Talent für Beschreibungen im Allgemeinen und Figurenpräsentationen im Besonderen.

Schon der Einstieg garantiert einen hohen Suchtfaktor, startet die Geschichte doch mit einem sehr düsteren Prolog, der ein ungutes Ende verspricht. Die Neugierde ist also schnell geweckt und man hat im Grunde gar keine andere Wahl, als gleich weiterzulesen…und weiter…und weiter…Wie gesagt, „Beware That Girl“ ist eines dieser Bücher, die sich wirklich schnell lesen lassen.

Ebenso ist es ein Buch, das mehr auf subtile Spannung als auf eine actionreiche Handlung setzt. Im Vordergrund stehen eben immer die Manipulationen, die beide Mädchen ziemlich gut beherrschen. So finden Kate und Olivia zwar aus ganz verschiedenen Gründen zueinander, sind jedoch wie füreinander geschaffen. Beide handeln nie ohne Hintergedanken und sind beeindruckend versiert darin, die ihnen zur Verfügung stehenden Mittel, ihre eigenen Reize, sowie ihren Verstand, dazu einzusetzen, das zu bekommen, was sie wollen. Erwartungsgemäß ist das kein Verhalten, das Sympathien weckt, dafür umso mehr Bewunderung. Ihre Denkweise, ihre Sicht auf die Welt ist so faszinierend, dass man „Beware That Girl“ gar nicht mehr zur Seite legen möchte.

Würde sich diese Psycho-Spannung bis zum Ende halten, wäre dieses Buch auch ein guter Kandidat für die volle Sterne-Wertung, jedoch hielt es die Autorin für eine gute Idee, im letzten Drittel eine abgehalfterte Action-Sequenz einzubauen, die so zum einen nicht glaubhaft und zum anderen schlicht unnötig ist. Die komplette Herangehensweise ist dermaßen an den Haaren herbeigezogen, dass es in manchen Szenen richtiggehend lächerlich ist.

Das abschließende Kapitel kehrt zwar wieder zu dem zurück, was gut ist an dieser Geschichte und schließt den Kreis, doch tröstet mich das nur spärlich über das vorige Affentheater hinweg. Tatsächlich bin ich noch immer ziemlich enttäuscht und wünschte mir, dass Teresa Toten bei dem geblieben wäre, was sie gut konnte.

Fazit

Teresa Totens „Beware That Girl“ ist ein kurzweiliger, spannender Jugendthriller, der mir einige durchaus gruselige Lesestunden beschert hat. Mir gefiel der Nervenkitzel des Psychoterrors und der High Society Flair tat sein Übriges. Allerdings verdarb mir der Umschwung zur unnützen Action ganz schön die Stimmung und die Logikfehler waren zudem auch nicht ohne. Trotzdem würde ich es durchaus empfehlen und gewiss auch weitere Bücher der Autorin lesen. 3/5 Bücher!

Die Autorin

© Matthew Wiley

© Matthew Wiley

Teresa Toten, geboren 1955 in Zagreb, emigrierte mit dreizehn Tagen nach Kanada. Ihr Vater starb, als sie sieben Monate alt war. Da ihre Mutter kein Englisch sprach, konnte sie die Familie nur mit mehreren Aushilfsjobs gleichzeitig über Wasser halten. Später studierte Teresa Toten Politikwissenschaften und arbeitete als Rundfunkjournalistin in Toronto und New York. Zu schreiben begann sie erst nach der Geburt ihrer Kinder. Für ihre Arbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Kanadischen Jugendliteraturpreis.


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