Als die Bücher flüstern lernten von Felicitas Brandt

Als die Bücher flüstern lerntenDie Autorin: Felicitas Brandt
Dt. Titel: Als die Bücher flüstern lernten
Dt. Erstausgabe: 05.01.2017
Verlag: Impress
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
Genre: Jugendbuch | Urban Fantasy
eBook | 3,99 €

Als Waisenkind hat die 17-jährige Hope schon früh gelernt, niemandem außer sich selbst zu vertrauen. Mit Ausnahme von ihren Büchern natürlich und den Geschichten, die diese ihr zuflüstern. Bis sie eines Nachts in das Haus einer reichen Familie einbricht, um sich in deren riesigen Bibliothek zu bedienen, und bei ihrem Buch-Streifzug auf frischer Tat ertappt wird. Während Hope schon aus reiner Gewohnheit eine Abwehrhaltung gegenüber dem absolut nerdigen, aber zugegebenermaßen ziemlich süßen Jungen einnimmt, scheint dieser alles andere im Sinn zu haben, als sie zu verraten. Doch noch bevor Hope herausfinden kann, was genau es mit diesem Sam auf sich hat, werden sie unverhofft in eines der Bücher hineingezogen und landen… ja, wo eigentlich?

Meine Meinung

Als die Bücher flüstern lernten“ von Felicitas Brandt ist ein abenteuerlicher Fantasy-Roman über die Magie der Bücher, ebenso wie über Familie und Herkunft.

Hach, Bücher über Bücher sind immer etwas Feines! Ganz besonders solche, die so originell und überraschend sind wie dieses Exemplar. Zwar hätte ich mir zum Hintergrund mehr Informationen gewünscht, aber auch so bin ich überzeugt, denn das Reisen in die Buchwelten hat viel weniger mit Büchern zu tun als man glauben mag…aber das werdet Ihr dann schon selbst herausfinden.

Mit Hope und Sam hat Felicitas Brandt schon mal einiges richtig gemacht. In diesem Szenario gibt es nämlich mal ein Bad-Girl und einen Good-Boy, was an sich schon eine schöne Abwechslung ist. Auch hat gerade unser „böses“ Mädchen tatsächlich einen soliden Hintergrund, der ihr oft eher negativ eingestelltes Wesen erklärt, auch wenn es mir persönlich teilweise doch zu viel wurde. Zum Glück ist Sam wirklich sehr verständig – und deswegen leider auch ein wenig flach -, dafür umso herziger. Er ist ein richtig cooler Nerd, der total auf Filme, Comics und Videogames steht und zu jeder abgedrehten Situation die passende Pop-Culture-Referenz auf Lager hat. Vielleicht sollte ich mir Gedanken machen, weil ich mit der geballten Masse an Pop-Kultur etwas anfangen konnte, aber zumindest war so jeder Spruch ein Treffer bei mir. Sam ist einfach zum Schießen!

Auch die Geschichte wusste mich durchweg gut zu unterhalten. Brandt schlägt konstant ein hohes Tempo an und unsere Helden haben so einige spannende Abenteuer zu bestreiten und klifflige Rätsel zu lösen. Gerade Letzteres hat mir gut gefallen, kam aber für meinen Geschmack sogar etwas zu kurz, aber man kann ja nicht alles haben.

Gut gefallen hat mir auch, dass die Familie eine so große Rolle gespielt hat. In Hopes Fall war es zwar eher das Fehlen selbiger, dafür wurde Sams Familie wundervoll integriert. Mag sein, dass ihre Coolness ein klein wenig utopisch ist, aber wenn man sie durch so einen Kniff einbeziehen kann, was spricht dann dagegen?

Der einzig richtige Kritikpunkt ist für mich das schnelle Ende. Nachdem Sam und Hope sich ihre Allerwertesten aufgerissen haben, um an Antworten zu kommen und nötige Schritte in Bewegung zu setzen, um gewisse Probleme zu beheben, kommen die Erwachsenen und übernehmen die Arbeit. Daran hatte ich echt zu knacken, denn einerseits ist es eine viel zu leichte Lösung, die sich nicht richtig fühlt, andererseits ist es eben auch mal authenthisch, dass die Last der Welt(en) nicht auf den Schultern zweier Teenager liegt.

Fazit

Felicitas Brandts „Als die Bücher flüstern lernten“ ist ein gelungener Fantasy-Roman der Sorte „Buch über Bücher“. Die Autorin hat dieses beliebte Motiv sehr originell interpretiert und daraus eine spannende Geschichte mit viel Humor gebastelt. Nur mit dem Ende bin ich nicht ganz glücklich, aber ganz verteufeln kann ich es auch nicht. Schwierig! Insgesamt ist es ein Buch, das viel Freude bereitet und das ich somit gerne empfehle: 4/5 Bücher!

Die Autorin

Felicitas Brandt, wohnhaft in dem kleinen Holzwickede, konnte die Finger noch nie von Büchern lassen. Während des Abiturs begann sie, ihre eigenen Geschichten zu schreiben, Figuren ins Leben zu rufen und neue Welten zu erschaffen. Sie möchte die Menschen damit berühren, zum Nachdenken, Lachen und Weinen bringen. Ihr Traum: eine Hütte in der freien Natur, zwei große Hunde vor einem prasselnden Kaminfeuer, Laptop auf dem Schoß, den Geruch alter Bücher und Kakao in der Nase und die Idee einer neuen Geschichte vor den Augen.

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