Rezension

Afterlife – Unser Tod ist nur der Anfang von Marcus Sakey

Sakey_Marcus_2018_AfterlifeDer Autor: Marcus Sakey
Der Übersetzer: Olaf Knechten
Originaltitel: Afterlife*
Dt. Titel: Afterlife – Unser Tod ist nur der Anfang*
Dt. Erstausgabe: 16.01.2018
Verlag: Edition M
Genre: Thriller

Ein Scharfschütze versetzt Chicago in Panik: Achtzehn Menschen hat er heimtückisch erschossen. FBI-Agent Will Brody und seine Vorgesetzte Claire McCoy brennen darauf, den Killer zu überführen. Dann gerät Will selbst in einen Hinterhalt. Eine tödliche Explosion zerfetzt die Luft, tausende Glassplitter bohren sich in seinen Körper. Doch er wacht auf, ohne jeglichen Kratzer. Seine Leute sind verschwunden. Er ist allein. Um ihn herum liegt Chicago im Dunkeln. Willkommen im Jenseits. Die Grenze zwischen Leben und Tod ist hauchdünn und was für Will und Claire zählt, ist einander wieder zu finden. Aber die gemeinsame Jagd auf den mörderischen Feind ist noch längst nicht vorbei. Quelle: Amazon*

Meine Meinung

Afterlife – Unser Tod ist nur der Anfang*“ von Marcus Sakey ist ein temporeicher Actionthriller, der die Grenzen des Paranormalen überschreitet.

Ein Scharfschütze treibt sein Unwesen in Chicago. Die FBI Agents Will und Claire ermitteln und bringen damit sich selbst und ihre frische Liebe in Gefahr…Hätte so der Klappentext gelautet, hätte ich dieses Buch wahrscheinlich nie angerührt. Zwar wäre diese Beschreibung nicht falsch, träfe aber nicht mal ansatzweise den Kern der Geschichte. Hier greift Sakey nämlich ganz schön tief in die Trickkiste und liefert uns einen epischen Kampf von Gut gegen Böse, inklusive philosophischer Fragestellungen.

Die Explosion, die tatsächlich schon im Klappentext erwähnt wird, erfolgt wesentlich später als man erwarten würde, trotzdem ist „Afterlife*“ keines dieser Bücher, das sich schon zu Anfang in die Länge zieht. Ganz im Gegenteil schlägt Sakey von Anfang bis Ende ein flottes Tempo an, das für meinen Geschmack genau richtig ist. Beeindruckenderweise gelingt es ihm dabei sogar, große Gefühle und eine gewisse Portion Drama mit einfließen zu lassen, was bei dem geradezu minimalistischen Plot erstaunlich ist.

Eine ebensolche Überraschung ist der Schreibstil an sich, der sich gleichsam prägnant präsentiert und doch filmreif bildgewaltig ist. Ein Glück, denn die Filmrechte sind schon verkauft! Jedenfalls kommt man gar nicht umhin zu bemerken, wie gut dieser Thriller geschrieben ist. Die besonders schöne Wortwahl, die oft im krassen Gegensatz zu den sehr expliziten Gewaltszenen steht, ist ein besonderer Bonus, der jeden Sprachliebhaber begeistern wird. An dieser Stelle also auch ein großes Kompliment an den Übersetzer!

Wie im Grunde zu erwarten, kommt also auch der paranormale Thriller „Afterlife*“ nicht ohne explizite Gewalt aus. Dass diese Szenen rein stilistisch schon fast mehr in die Horrorabteilung gehören, sollten jedoch niemanden schrecken, denn auch hier gelingt Sakey ein kleines Wunder: die abstoßenden Grausamkeiten, die normalerweise schockieren müssten, fügen sich in dieses Buch perfekt ein und sorgten nicht mal bei einem Sensibelchen wie mir für Gänsehaut oder Übelkeit.

Das mag an der dominanten Liebesgeschichte liegen, die immer mehr in den Vordergrund rückt, je weiter die Geschichte voranschreitet. Doch selbst diese wird nie zu viel. Sei es nun dem Alter der Figuren geschuldet oder der süßen Unausweichlichkeit ihrer Liebe, die Sakey immer wieder zum Ausdruck bringt, Claire und Wills Liebesgeschichte konnte sogar mich Romantikphobiker begeistern.

Fazit

Marcus Sakeys „Afterlife – Unser Tod ist nur der Anfang“ ist ein spannungsgeladener Actionthriller, der das Beste aus den Bereichen Crime, Romance und Fantasy verbindet. Gut geplottet, gut geschrieben – eben ganz großes Kino. Kritikpunkte lassen sich bestimmt finden; man könnte zum Beispiel bemängeln, dass das schnelle Tempo zu Lasten der Charakter- und Weltentwicklung geht. Ebenso viele würden sich aber über genau den fehlenden Infodump freuen. Wenn Ihr Euch also für Thriller begeistern könnt, die die Grenze des Paranormalen überschreiten, dann ist dies genau Euer Buch. 4/5 Bücher!

Der Autor

Marcus Sakeys Thriller wurden für unzählige Preise nominiert und mehrfach ausgezeichnet. Sein Roman »Im Augenblick der Angst« wurde soeben verfilmt und »Die Abnormen« wird derzeit für den Film adaptiert. Der Autor ist außerdem Moderator der beliebten Reisesendung »Hidden City« auf dem Travel Channel, in der er regelmäßig mit Pfefferspray eingesprüht und von Hunden attackiert wird. Bevor er sich dem Schreiben widmete, arbeitete er als Landschaftsgärtner, Bühnentischler, 3D-Animator, Filmkritiker und Grafikdesigner (ohne Zeichentalent). Marcus Sakey lebt mit Frau und Tochter in Chicago. Besuchen Sie ihn auf seiner Website MarcusSakey.com oder folgen Sie ihm auf Facebook und Twitter, wo er unter dem einfallsreichen Nutzernamen @MarcusSakey postet

Quelle: Amazon*


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4 Gedanken zu „Afterlife – Unser Tod ist nur der Anfang von Marcus Sakey

    1. Rica Artikelautor

      Ehre, wem Ehre gebührt, lieber Olaf 😉 nun habe ich zwar doch nicht, wie von Dir empfohlen, mit „Die Abnormen“ angefangen, bin aber letztlich doch bei Sakey gelandet. Und offensichtlich lagst Du mit Deiner Empfehlung ganz richtig bei mir. Falls Du Dich nun fragst, wer ich bin: wir haben uns bei einer Zigarette auf der FBM’16 kennengelernt 😀 leider konnte ich dann Deine Visitenkarte nicht mehr finden und der Rest ist Geschichte.

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